T-Amp-Varianten

Verstärker selbst bauen

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old tube
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T-Amp-Varianten

Beitrag von old tube »

Hallo,

auf dem Markt sind ja heute T-Amps in allen Leistungsklassen, potente Endstufen für Car-Hifi oder AV-Receiver kommen nicht mehr ohne diese Teile aus. Im „High-End“-Lager tritt man diesen Verstärkern meist mit gemischten Gefühlen entgegen, viele lehnen sie sogar rigoros ab.

Ich wollte aber nur über etwas meckern können was ich selber mal bei mir zu Hause ausprobiert habe. Vor meinem zweiten Röhrenfrühling (Gruß an Heinzi!) habe ich mich daher auch mal mit dieser Technologie beschäftigt. Damals war noch große Unklarheit wie solche Verstärker denn nun zu benennen sind: Schaltversärker, Digitalendstufen, T-Amp, usw., was war richtig? Der Begriff Schaltverstärker ist sicher technisch korrekt, klingt aber zu schnöde. Digitalendstufen hört sich gut an (auch ich habe sie so bezeichnet), ist aber technisch falsch. Der Begriff T-Amp, abgeleitet von der Verstärkerklasse T hat sich dann eingebürgert.

Anno 2002 hat die Firma Tripath eine Applikation für ihren TA3020-Chip veröffentlicht. Dazu gehörte auch ein Platinenlayout und eine Bauteilspezifikation.
Mit diesem Treiber-Chip, einigen externen Bauteilen und 4 MosFets lassen sich Stereo-Endstufen mit einer Ausgangsleistung bis 2x300W/4Ohm aufbauen, im Mono-Brückenbetrieb sind 600W/8Ohm möglich. Sehr gute Verzerrungswerte im gesamten Leistungs-, Frequenz- und Klirrspektrum werden dabei geboten, die Werte für den Dämpfungsfaktor liegen in allen Lebenslagen über 100. Unschlagbar sind solche Verstärker was den Wirkungsgrad angeht, über 90% bei maximaler Ausgangsleistung.

ELEKTOR hat in Anlehnung an die Tripath-Applikation 2004 eine Verstärker-Schaltung incl. Stromversorgung und notwendiger Filter vorgestellt. Für alle Schaltungsteile waren dann auch Platinen erhältlich. Somit stand einem Selbstbau nichts mehr im Wege. Die Verstärkerplatine ist in Eigenregie kaum zu erstellen, doppelseitiges Layout, Durchkontaktierungen, SMD-Bauteile und dabei ist das Layout gerade bei solchen Schaltungen enorm wichtig.
Gut fand ich das sich ELEKTOR damals dem Thema Filter gewidmet hat und das an allen Lebensadern die den Verstärker mir der Außenwelt verbinden, also Netzeingang, Signaleingang und Lautsprecherausgänge. Zum eigentlichen Betrieb sind solche Filter nicht unbedingt erforderlich und werden daher auch gerne weggelassen. Immerhin geht es hier aber um Taktfrequenzen von bis zu 2MHz, ich habe gerne wenn das alles im Verstärkergehäuse bleibt und möchte keinen Mittelwellensender.
Besonderes Augenmerk muß auch auf die Qualität des Netzteils gelegt werden, Trafo, Gleichrichter und Elkos sind hier nur in guter Qualität und bestimmten Spezifikationen entsprechend brauchbar. Ein hochwertiges Netzteil ist für mich das A und O jeder Verstärkerschaltung allerdings kosten gute Trafos und Elkos auch gutes Geld.

Bis zu einer Ausgangsleistung von ca. 2x200W kann man das Ganze recht gut in einem 2HE(88mm) 19“-Gehäuse mit 250mm Tiefe unterbringen. Ich habe immer Gehäuse mit seitlichen Kühlkörpern verwendet, auf eine Seite kommen die Endstufentransistoren, auf die andere die Gleichrichterdioden an den Kühlkörper. In Anbetracht der Ausgangsleistung ist das eine recht kompakte Geschichte. Auch nach stundenlangem Dauerbetrieb werden die Kühlkörper gerade mal handwarm.

Fertig sieht das dann so aus

[img:132:147]http://www.abload.de/thumb/cimg0426dhcm.jpg[/img][img:132:147]http://www.abload.de/thumb/cimg0450fayl.jpg[/img]

Auf dem rechten Bild ist die Verstärkerplatine in Stereoversion zu sehen mit den an den Kühlkörper verschraubten Endtransistoren, in der Bildmitte der Tripath-Chip.

Ich habe einige dieser T-Amps gebaut, drei davon sind heute noch in meinem Besitz und auch öfters in Betrieb. Dabei sind unterschiedliche Netztrafos, Gleichrichterdioden, Siebelkos, Endtransistoren und Filterelemente verbaut. Der Aufbau ist daher teilweise unterschiedlich, das grundsätzliche Konzept aber immer gleich.

Hier eine Variante mit 2x150W/4Ohm

[img:132:147]http://www.abload.de/thumb/cimg0019t8z9.jpg[/img][img:132:147]http://www.abload.de/thumb/cimg0015u37q.jpg[/img]


Bei der Variante mit 2x300W/4Ohm reichte ein 2HE-Gehäuse wegen der Größe des Netztrafos und der Siebelkos nicht mehr, es musste eine 3HE-Ausführung sein.
Die Verkabelung sieht etwas unordentlich aus, die Kabelwege sind aber dadurch optimal kurz...

[img:132:147]http://www.abload.de/thumb/cimg04170gtx.jpg[/img][img:132:147]http://www.abload.de/thumb/cimg0409zf4m.jpg[/img]


Und hier noch mein „Liebling“, die Variante mit 2x200W/4Ohm im 2HE-Gehäuse, das war der erste aus meinem T-Amp-Zyklus

[img:132:147]http://www.abload.de/thumb/cimg044160cq.jpg[/img][img:132:147]http://www.abload.de/thumb/cimg0436rd5i.jpg[/img]

Eins haben die verschiedenen Varianten auch gemeinsam, das oft bestehende Problem welche Endstufe passt zu meinem Lautsprecher oder umgekehrt hat sich erstmal erledigt. Viele, gerade Besitzer sensibler Röhrenendstufen oder eigenwilliger Lautsprecher kennen das ja, ich kann auch ein Lied davon singen.
Der hohe Dämpfungsfaktor und die Potenz der Endstufe führen dazu das die von mir getesteten Lautsprecher hier so klingen wie konstruktionsbedingt und aufstellungsmäßig gewollt, das ist natürlich meine persönliche Meinung. Irgendwelche Buckel oder Senken im Impedanzverlauf sind kein Problem, der Lautsprecher wird jederzeit in allen Frequenzbereichen souverän kontrolliert. Wer jetzt glaubt, das es dabei kraftstrotzend und brutal zur Sache geht, ist vielleicht etwas enttäuscht. Für manches Ohr klingt so ein Amp sogar sehr nüchtern, Schönfärberei ist nicht sein Ding.

Um doch etwas von der Seidigkeit und dem Schmelz einer Röhre in die Sache zu bringen habe ich meine T-Amps mit Röhren-Vorstufen kombiniert. Für meine Ohren ist das dann sehr angenehm, außerdem sind verschiedene Epochen meines Schaffens vereint...

Gruß
Norbert
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China
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Beitrag von China »

Respekt :OK:


Habe ich das richtig rausgelesen, dass du nun auch ueber einen T-Amp mit Roehren-Pre hoerst oder ist das nur die fuer dich am besten klingende Kombination innerhalb des Konzeptes ?


Gruss :beer
old tube
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Beitrag von old tube »

Hallo Juri,

das oder in deiner Frage kann ich nicht so ganz interpretieren :idn:

Ich hatte das mehr als und gemeint. Ja, ich habe meine T-Amps mit Röhren-Vorstufen kombiniert und es ist für mich eine perfekte Kombination.

Es fällt mir aber schwer diese Kombination als die am besten klingende zu bezeichnen. Zum einen habe ich einfach zu viele Möglichkeiten auch mit OPV-Vorstufen, Transistorenstufen und diversen Endstufen mit Röhren-Varianten zu hören. Auch sind da die persönliche Tagesform und vor allem das Musikmaterial entscheidend.

Vor allem ist es aber mein ganz persönlicher Geschmack, andere können das ja vielleicht total sch.... finden :lips:


:beer
Gruß
Norbert
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China
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Beitrag von China »

Hallo Norbert,

danke fuer die Ausfuehrungen, jetzt ist alles klar.

Das "oder" stand fuer die Moeglichkeit :wink: dass du mit der "Roehren-Pre & T-Amp" zwar eine fuer dich gelungene Kombination gefunden hattest aber irgendeine andere Kombination dir noch naeher gestanden haette.

Dass es zudem unterschiedliche Geschmaecker gibt ist klar :beer
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waterl00
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Beitrag von waterl00 »

Hi Henning,

klasse Beitrag :OK:

Hast Du die abgebildeten Dinger alle selber zusammen gebaut?

Gruß
Jost
old tube
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Beitrag von old tube »

Moin Jost,

was der Henning schon alles gebaut hat, weiß ich leider nicht :shock:

Wenn du aber die T-Amps aus meinem Beitrag meinst, die (und noch ein paar mehr) habe ich selber aufgebaut :wink:

Gruß
Norbert
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waterl00
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Beitrag von waterl00 »

Ups, sorry Norbert.

Es war natürlich Dein Beitrag :beer

Sag mal, wo wohnst Du eigentlich :mrgreen:
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vintage64
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Beitrag von vintage64 »

Moin Norbert,

old tube hat geschrieben:
... Ja, ich habe meine T-Amps mit Röhren-Vorstufen kombiniert und es ist für mich eine perfekte Kombination ...
:OK: :OK: :OK: :mrgreen:

Schöner Beitrag von Dir ! :D

Viele Grüße,
Henning
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