Hallo Horst,
grundsätzlich stimme ich Dir zu: Gefallen oder Nicht-Gefallen von Musik ist subjektiv und Karajans Selbstdarstellung war schon deftig. Die Erfahrung mit den Plattenbesprechungen in Zeitschriften habe ich leider auch gemacht...
Die 10 Thesen sollen ja auch nur eine grobe Orientierung sein.
Es ist halt einfach so, dass man ein Werk von Bach anders musiziert, als ein Werk von Brahms. Man muss es dabei nicht gleich in sämtliche Extreme der historischen Aufführungspraxis treiben (Darmsaiten und zeitgenössische Bögen bei Saiteninstrumenten, Einstimmen auf dem "alten" Kammerton, Blechblasinstrumente ohne Ventile etc.)
Es geht nur um ein gewisses Maß an Werktreue, z.B. in Puncto Tempi, Klang, Phrasierung etc.
Die Tipps von H. Gelking kann ich nach meinen bisherigen Erfahrungen mit Karajan-Aufnahmen jedenfalls nachvollziehen.
Viele Grüße, Klaus-Bernd