Brummkompensation der Heizsp. bei direkt geheizten Trioden

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Hallo
gelöscht
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Brummkompensation der Heizsp. bei direkt geheizten Trioden

Beitrag von Hallo »

Hallo,
nach vielen Jahren zufriedenen Hörens mit meinen selbstgebauten Endstufen mit der 845 als Eintakter bin ich umgezogen und die 4mV 100Hz Restbrummspannung der Wechselstromheizung waren aufgrund der neuen Raumresonanz deutlicher hörbar (Eckhorn mit Vitavox S2/AK151).
Ich dachte, heize ich einfach mit Gleichspannung. Das brachte zwar den erwünschten Erfolg beim Brumm leider hat es jedoch ziemlich negative Auswirkung auf den Klang. Die Endstufen klangen auch wie "gleichgerichtet".
Auf meiner Forschung bezüglich des Brummens bin ich auf zwei Modelle der Kompensation gestoßen:
http://www.frihu.com/content/testcenter ... ker-3.html
und
http://rl12t15.blogspot.com/2007/11/dir ... -300b.html

Im Prinzip geht es ja darum, dass man ein gegenphasiges Signal auf den Restbrumm koppelt.
Hat jemand hier Erfahrung mit dieser Form der Brummkompensation? Welche Auswirkungen hat das auf den Klang?
Wie würdet ihr diese Brummkompensation angehen?

Grüße

Jürgen
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VinylSavor
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Beitrag von VinylSavor »

Hallo Juergen,

gerade Roehren mit thorierter Wolfram-Kathode reagieren nach meiner Erfahrung sehr empfindlich auf die Art der Heizversorgung. Brummarmer Betrieb mit Wechselspannungsheizung ist bei den erforderlichen 10V nahezu unmoeglich.

Ich halte nicht viel von Brummkompensationstechniken, da es sehr aufwaendig wird, will man alle relevanten Vielfache der Brummspannung wirkungsvoll unterdruecken.

Am besten finde ich immer noch DC-Heizung. Richtig implementiert wird das aber recht aufwaendig. Z.B. mit Schottky-Gleichrichtern und Drosselsiebung. Z.B.: Gleichrichter->Drossel 0,1H/4A->10.000uF->Drossel 0,1H/4A->Heizfaden. Dieses Arrangement hat klanglich keine Nachteile gegenueber Wechselspannungsheizung. Aber solche Drosseln sind recht gross und teuer.

Eine preiswerte und klanglich akzeptable Alternative sind Stromquellen. Geeignete Stromquellen-Schaltungen findest Du im Netz. Es gibt auch Anbieter die sowas als Module fuer Roehrenheizungen anbieten.

Gruss

Thomas
Gewerblicher Teilnehmer

http://vinylsavor.blogspot.com/
Hallo
gelöscht
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Beitrag von Hallo »

Hallo Thomas,

nun, so einige vorläufer Aufbauten mit AD1 über 2A3 hin zur WE300B hatten auch nicht wesentlich weniger Brumm bei Wechselspannungsheizung als die 845.
Der Brumm liegt/lag im Prinzip bei allen Röhren und Aufbauten grundsätzlich zw. 2mV und 4mV. am Ausgang gemessen.
Grundsätzlich habe ich immer - egal wie ich die Gleichspannungsheizung ausführe - klangliche Einbußen bei Gleichspannunsheizung.
Sicherlich hat die von Dir dargestellte Lösung mit den Drosseln statt der einfachen Widerstände ihre Vorteile in der sauberen Siebung, die auch wirklich mit den 30 Watt Heizleistung nicht so einfach geht.
Ich hatte bei der 845 zunächst eine GL-Brücke mit anschließender Siebung über 2 x 10.000uF. Das geht klanglich gar nicht und hat eh eine gewisse Restwelligkeit.
Ich habe dann mit allen möglichen Spannungs- bzw. Stromquellen experimentiert. Habe mir dazu sogar ursprünglich extra eine zweite Heizwicklung (14 Volt) für eine Konstantstromquelle mit Regelung auf dem Trafo wickeln lassen.
Letztendlich waren diese Experimente nicht sonderlich erfolgreich und ich bin immer wieder zu der Wechselspannungsheizung zurückgekehrt. Halt mit dem Nachteil eines (kleinen Brummens) der erst in dem ziemlich großen Zimmer mit 40qm in gewissen Bereichen störend ist. Das Blöde ist, dass man offensichtlich dazu neigt, wenn man ein Brummen hat welches man beseitigen möchte, sich darauf zu kaprizieren.
Ich werde mal mein Hameg aus dem Keller holen und schauen, dass ich zunächst mal messe ob und wie die 100Hz Welle ausieht und welche Phase die hat.
Dann schaue ich mal, woher ich ein gegenphasiges Signal bekomme und werde mal schauen wo ich das auf ein Gitter lege. Mir schwebt da der Zwischenübertrager zw. Treiberröhre und 845 vor.
Ich werde mal meine Erfahrungen berichten. Vielleicht macht dieses Vorgehen, welches früher mehr Standard war, vielleicht ja doch einen Sinn. Mal schauen.

Danke noch einmal Thomas,

Grüße

Jürgen
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