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Nun hat es mich auch erwischt (DIY-Dreher)

Verfasst: Fr 12. Okt 2007, 20:01
von chrissy
Moin Leute,

nachdem mich Martin für eine kurze Zeit mit einem seiner DIY Dreher beglückt hat, ist bei mir nun auch das dringende Bedürfnis erwachsen, einen guten DIY Dreher zu bauen, das Lenco Projekt ist erstmal auf Eis gelegt, wo es sowieso schon fast war. Anbei mal ein paar Bilder von den ersten Entwürfen. Es soll wie bei Frido ein Masselaufwerk werden, allerdings mit etwas anderen Komponenten:

Zarge: ca 60mm MDF Ahorn Furniert, rot gebeizt und hochglanz lackiert
( von wegen corporate design, siehe Linestage)
Plattenteller: 65 mm Alu AlCuMgPb
Lager: Scheu Lager
Tonarm: SME IV
Motor: Made bei Erzkanzler
Tonarmaufnahmen: Messing oder Bronze

Für die Zarge möchte ich einen Einsatz bauen, entweder als rechteckige Platte wie in den Bildern zu sehen, oder als runde Platte. Material weiß ich noch nicht, entweder Messing, Bronze oder Edelstahl. Ist auch ein Beschaffungspronblem. Auf jeden Fall möchte ich die Ölwanne des Scheulagers aus der Platte ( Nicht wie auf den Bildern zu sehen mit der Stange des Lagers verspannen) herausarbeiten um so eine zusätzliche Trennfuge bei der Verschraubung zu vermeiden. Stehen soll das ganze auf Pylonen, die aus Edelstahl sind und eventuell noch mit Gummi o.ä. in der Auflagefläche beklebt werden ( ähnlich der Stokes von www.envogue-24.de). Eine Höhenverstellung brauche ich nicht, da das ganze auf einem Hutter Rack stehen wird ( der Rest meiner Anlage steht auch schon auf so einem), das an den Füßen höhenverstellbar ist.

Soweit nur mal das erste Konzept. Wenn jemand Vorschäge zum Material, bzw. dessen Beschaffung hätte, wäre ich dankbar. Für den Plattenteller und die Armaufnahmen hätte ich schon jemanden, aber für Bronze Messing in den Abmessungen von ca 200x200 oder 250Durchmesser fehlt mir das noch.

Ich denke ich werde nochmal einige Analysen zur Steifigkeit der Lagerverschraubung machen, da die meiner Meinung nach der Schwachpunkt der ganzen Konstruktion darstellt. Das Lager muss auf jeden Fall gegen eine eingelassene Metallplatte verspannt werden, da ansonsten die Vorspannung herausrelaxiert und dann die Steifigkeit flöten ist, was da heißt: Die Resonanzferquenz um die Achsen in Plattentellerebene sinkt stark ab und man hätte Taumelbewegungen um diese Achsen. Wenn ich demnächst soweit bin werde ich auch mal Bilder von FEM Rechnungen zu diesem Thema posten.

Ich meld mich, wenns weitergeht, unsere Werkstatt in der Firma hat mir für die Fertigung den Januar zugesagt.

Gruss

Christian

[IMG:150:109]http://img61.imageshack.us/img61/1373/u ... el2.th.jpg[/img]

[IMG:150:119]http://img228.imageshack.us/img228/181/ ... gy8.th.jpg[/img]

[IMG:150:122]http://img220.imageshack.us/img220/8636 ... nv3.th.jpg[/img]

PS: Falls noch jemand eine Galvanisiererei in der Nähe von D'Dorf kennt wäre ich für jeden Tip dankbar.

Re: Nun hat es mich auch erwischt (DIY-Dreher)

Verfasst: Fr 12. Okt 2007, 21:28
von Erzkanzler
chrissy hat geschrieben: PS: Falls noch jemand eine Galvanisiererei in der Nähe von D'Dorf kennt wäre ich für jeden Tip dankbar.
Alfred Kruse Langenfeld
http://www.a-kruse.com/

Grüße
Martin

Verfasst: Fr 12. Okt 2007, 21:34
von 2285b
Respekt Chrissy,

in diesem Forum werden wahrlich keine Low-Budget Dreher konstruiert... :ruh

Bin mal gespannt, was da an DIY-Kleinoden herauskommt, ich hoffe ich darf sie auch mal anhören... :D

Mit großem Respekt
Axel

Verfasst: Fr 12. Okt 2007, 21:51
von Analog_Tom
Moin,

ich kann mich Axels Statement nur anschließen.
Du gehst ja wirklich in die vollen!
Bin gespannt was dabei herauskommt...

Viele Grüße

Tom

Verfasst: Sa 13. Okt 2007, 00:20
von Thargor
Moin!

Nimm kein MDF pur für die Zarge. Das klingt wie eingeschlafene Füße. Lieber Birke oder Buche MPX (oder Panzerholz...). Wie wärs noch mit Bleischrot zur Bedämpfung - aber bitte auch nicht alles totdämpfen.

Und bau die Zarge erstmal versuchsweise auf, meine habe ich immer erst lackieren lassen, wenn sie auch gut geklungen hat. Bei dem SP-10 wars erst die dritte, die vernünftig geklungen hat. :cry:

Viele Grüße!

Verfasst: Sa 13. Okt 2007, 08:18
von MiWi
Hi.
Wollte gerade schreiben:
"Nimm kein MDF pur für die Zarge. Das klingt wie eingeschlafene Füße. Lieber Birke oder Buche MPX."

Aber da Thargor ja schon schrieb
Nimm kein MDF pur für die Zarge. Das klingt wie eingeschlafene Füße. Lieber Birke oder Buche MPX
, schreib ich es nun nicht mehr, sondern sage:

Nimm lieber Birke oder Buche MPX für die Zarge. Nimm kein MDF, das klingt wie eingeschlafene Füße.
:mrgreen:

Gruß, Michael

Verfasst: Sa 13. Okt 2007, 08:46
von Michael B
Hai Junks,

MDF ist nicht gut klingt wie.......

Nee Scherz beiseite, schönes Projekt, gutes Gelingen.

Lieben Gruss

M;chele

Verfasst: Sa 13. Okt 2007, 09:43
von hasenbein
Moin Chrissy,
ich wünsche dir auch frohes Gelingen und bin gespannt, ob der Ergebnisse.
Frido hat ja schon ein wenig vorgelegt. :OK:

Was man allerdings nicht unterschätzen sollte, ist der Einfluß der Materialien auf den Zargenbau. Ich las mal von einem, der hat seine Zarge 3x gebaut, bis sie endlich klang. War wohl zunächst aus mdf. Gut eignen soll sich wohl Multiplex oder ein Materialmix. :lips:

Besten Gruß

Alex

Verfasst: Sa 13. Okt 2007, 10:15
von chrissy
Moin,

danke für die Tipps, dann nehme ich Multiplex, läßt sich ja auch furnieren. Wie steht es mit dem Material für die Armaufnahmen und die Basisplatte in der Zarge? Weiß jemand ob Messing, Bronze oder Edelstahl unterschiedlich klingen, und wenn ja, wie ist der Einfluss ? Die Zarge ist ja nicht so aufwändig. Bleikammern werden auf jeden Fall auch vorgesehen, hab ja noch 5 kg liegen.

Gruß

Christian

Verfasst: Sa 13. Okt 2007, 13:07
von frido_
Tach Chrissy

Da ich dir leider keine Erfahrungen weitergeben kann
(habe ja gar keine) :mrgreen:
möchte ich dir aber gutes Gelingen und Erfolg wünschen.
Achso Muße und Bedacht wünsche ich dir auch. :OK:

Lieben Gruß Frido

Verfasst: Sa 13. Okt 2007, 14:19
von jogi
chrissy hat geschrieben:Moin,
Wie steht es mit dem Material für die Armaufnahmen und die Basisplatte in der Zarge? Weiß jemand ob Messing, Bronze oder Edelstahl unterschiedlich klingen, und wenn ja, wie ist der Einfluss ?
Gruß

Christian

Hi Christian,

na endlich! :beer

Das Ding mit den Drehern ist, dass man immer schön was zu Basteln hat...

Und zu deiner Frage: das ist genau das, was die Entwickler sich mal gerne 5 -stellig bezahlen lassen; das Ausprobieren, was mit wem am besten wann funktioniert. Zig Probeaufbauten, hören, bauen, usw.
Diese Materialien haben natürlich alle ein anderes Resonanzverhalten, wobei mir bei Stahl und Plattenspielern nicht ganz wohl ist, da würde ich rein gefühlsmässig doch mehr zu Bronze tendieren.
So eine MPX Basis ist schon sehr o.k., und eingelassenes Metall könnte sich gut ergänzen.
Schiefer ist auch noch eine klanglich sehr gute Alternative, wenn es designmässig passt, zumindest bei der Armbasis, die ja nicht viel Belastung aushalten muss.
Ich hab gestern noch unter meinen Lenco :mrgreen: eine Schieferplatte geklemmt, mit gutem Ergebnis, die Zarge besteht zu 2/3 aus Siebdruckplatten und zu 1/3 aus MDF.

Wenn du keine fiesen Resonanzen einbaust, kann man ja auch immer mit dem Arm und System gegensteuern in Richtung warm oder spritzig, und nicht zuletzt auch mit dem Mopped :weed: und dessen Röhren und Bauteilen.

Ich bin mal gespannt!

Viel Erfolg wünscht
Jürgen

Verfasst: So 14. Okt 2007, 14:37
von thorupp
Hallo chrissy,
"Weiß jemand ob Messing, Bronze oder Edelstahl unterschiedlich klingen, und wenn ja, wie ist der Einfluss ?"

das verhält sich so wie Jogi bereits erwähnt hat. Es ist nicht möglich für dies oder das Material eine allgemeingültige Aussage zu treffen. Die ganze Geschichte ist abhängig vom gesamten Materialmix und nur durch ausprobieren zu ermitteln. Diese Erfahrung habe ich bei meinen 3 DIY Drehern machen müssen. Selbst Abstandsbolzen unter der TA Basis wirken hier noch ungemein in das Gesamtklangbild mit ein.

Verfasst: Mo 15. Okt 2007, 08:42
von audiosix
chrissy hat geschrieben:Bleikammern werden auf jeden Fall auch vorgesehen, hab ja noch 5 kg liegen.

Gruß

Christian
Das ist dann aber auch nicht richtig RoHS,

Reinhard

Verfasst: Mo 15. Okt 2007, 20:13
von Thargor
... aber schwer. :mrgreen:

Verfasst: Mo 15. Okt 2007, 21:25
von chrissy
Naja, das mit RoHs lassen wir lieber da wo es hingehört, mein letzter Versuch konform zu löten ging auch voll in die Hose. Was haltet ihr eigentlich von einer Lage Walzblei zwischen einer Schicht in der Zarge? War nur so eine Idee, aber wer weiss, könnte ja der Hit sein, oder??

Vielen Dank für die Tips und die guten Wünsche.

Gruß

Christian

Verfasst: Mo 15. Okt 2007, 21:42
von Thargor
Bringt eigentlich nur Gewicht. Hab ich zwar auch verbaut, aber eigentlich nur, weil es rumlag. :mrgreen: Schaden tuts nicht (ausser Deiner Gesundheit).

Viele Grüße!

Verfasst: Mo 15. Okt 2007, 22:17
von chrissy
Hi,

wenn das ganze System so unterschiedlich auf Materialien reagiert, und man den Unterschied zwischen MDF und Multiplex, oder Bronze und Messing hört, würde es mich wundern , wenn ich in der Zarge zwischen zwei Schichten von Multiplex Brettern keine Verklebung mehr habe , sondern eine Verschraubung und dazwischen Walzblei liegt und man hört keinen Unterschied. Oder hab ich mich unklar ausgedrückt? Ich denke daran die Zarge dreischichtig auszuführen, die erste Schicht wird ausgeschnitten um die Aufnahme für die Metallplatte mit Ölwanne zu bilden, und zwischen die nächste Schicht könnte man ja Walzblei legen und dann die beiden Schichten verschrauben und das Walzblei dazwischen einklemmen. So dachte ich mir das, aber ich könnte mir vorstellen, dass ich da eine sehr starke Dämpfung habe.

Gruß

Christian

Verfasst: Mo 15. Okt 2007, 22:54
von Thargor
Ich habe das Walzblei verklebt (mit Kunstharz). Da ich allerdings nie einen Versuch mit / ohne gemacht habe kann ich zu den Unterschieden nichts sagen (meine Zargen waren immer "mit"). Und bei mir liegt es nicht zwischen den Holzschichten sondern deckt auf der Innenseite lediglich alle freien Flächen ab.

Käme auf einen Versuch an, bin mit basteln aber eigentlich durch.... :wink:

Viele Grüße!

Verfasst: Mo 15. Okt 2007, 22:59
von Analog_Tom
Thargor hat geschrieben:
Käme auf einen Versuch an, bin mit basteln aber eigentlich durch.... :wink:
Moin mein Gutster!

Da bin ich aber jetzt wirklich mal gespannt wie lange es dauert, bis es Dir wieder in den Fingern juckt und Du wieder in den Keller gehst... :mrgreen:

Viele Grüße

Tom

Verfasst: Mo 15. Okt 2007, 23:02
von Thargor
:lips: :uw :ad