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DIY-Dreher auf Rega-Basis / aka Erzkanzler PM

Verfasst: Mi 23. Mai 2007, 11:48
von Erzkanzler
Hallo Zusammen,

letzter Teil der Trilogie und dann habt Ihr erst mal einen Weile vor mir RuHe. :wink:
Meinen alter schwarzer Brettchendreher….den will ja keiner kaufen. :twisted:
Also gibt es eine neue Basis im Stil des SL mit dicken fetten Türstoppern. :mrgreen:

Ähnliches Design wie der Große, aber etwas kompakter.

So wird er aussehen:

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Verwendete Komponenten sind der neuere laufruhige Premotec-Motor mit der angepassten 110V-Elektronik, der Teller ist ein SRM/Tech mit umlaufendem Dämpfungsring. Als Netzteil kommt das Heed Orbit 1 zum Einsatz. Der Tonarm wird wohl auch ein Rega 250 werden.

Auch hier wieder für die mittlere Lage in Blau die Bleikammern, in den Magenta gezeichneten Kasten kommt Motor und Platine, in die linksseitig umlaufende Nut wird das Kabel für den Einschalter verlegt.

Um auch anderen Bastlern eine Idee zu geben wie so ein Projekt im Detail abläuft habe ich diesmal die Arbeitsschritte fotografiert. Dabei ist die Umsetzung wirklich nicht schwer und sollte für Jedermann zu realisieren sein, sofern Bohrmaschine, Säge, Oberfräse mit Fräszirkel und Schraub- oder Spannzwingen vorhanden sind. Wie man so einen Fräszirkel für kleines Geld selber herstellen kann werde ich in einem gesonderten Thread beschreiben.

Im Bauhaus werden als erstes die benötigten Materialien besorgt:
- 3x Birke Multiplex in 9mm, Abmessungen jeweils 20mm größer als erforderlich. Iin diesem Fall 470 x 410mm
- 3x Türstopper Typ Terrassentür
- 1 Flasche Ponal

Ich hab die Zeichnung in Autocad konstruiert, da mir aber auch nur ein A4 Tintenstrahler zur Verfügung steht wurde die Zeichnung als PDF in A2 angelegt und anschließend diese PDF-Datei in Einzelseiten ausgedruckt und zusammen geklebt.

Als erstes wird auf allen 3 Brettern der Achspunkt an der gleichen Stelle gezeichnet und die relevanten Punkte mit Bleistift übertragen uns zuletzt mittels der Zeichnung die Aussenkonturen übernommen. Dabei kommt es auf einen Millimeter nicht an, den die genauen Konturen werden mit der Oberfräse gezogen.

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Die Topplatte bekommt Bohrungen für den Zentrierdorn der Oberfräse für die Achse und die Tonarmbasis.

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Die mittlere Lage wird mit 10mm Bohrungen für die Säge im Bereich der 3 Kammern versehen. Und, da der Einschalter versteckt eingebaut werden soll, eine 22mm Bohrung mit einem Forstner-Fräser als Kabelkammer. Foto weiter unten.

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Die Kammern können im Anschluss sofort ausgesägt werden.

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Die Bodenplatte hat lediglich 3 Löcher zum Befüllen / Entleeren der Kammern.

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Als nächstes sollten Mittel- und Bodenplatte verleimt werden. Nicht vergessen die Kammerkonturen vom Mittelteil eben auf die Bodenplatte zu übertragen.

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Während dieser Block trocknet, kann am Topboard schon mal die Aufnahme für Tonarmbase ausgefräst sowie mit dem 22mm Forstner das Loch für den Pulley gebohrt werden.

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Wenn der untere Block trocken ist wird als nächstes die Motorkammer ausgeschnitten.

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Und im Anschluss mit einem 5mm Fräser die Kabelrinne gezogen. Die beiden Kabel habe ich in Papier eingewickelt, damit sie nicht verkleben und noch beweglich bleiben.

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Jetzt wird das Topboard aufgeleimt und nach Trocknung die Konturen ausgesägt. Für die beiden großen Seitenradien wird mit 2 -3mm Zugabe ausgesägt, da hier die Oberfräse die Feinarbeiten übernimmt. Die Radien auf der rechten Seite vor und hinter dem Tonarmboard werden so exakt wie möglich ausgesägt. Das Tonarmboard wird wieder mit Zugabe geschnitten und mit der Oberfräse auf Maß gebracht.

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Hier wird der geneigte Leser feststellen, daß beim nächsten Bild die Bohrung für das Pulley fehlt. An der Stelle hab ich dann auch mal Lehrgeld gezahlt, da ich den Fräser wohl nicht richtig angezogen hatte und der beim rausfliegen die erste Basis zertrümmert hat. :cry: Also noch mal alles von vorne.

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Dann die Radien der Füße und die beiden großen Aussenradien zufräsen.

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Mit einem 18mm Forstnerbohrer vorsichtig den Zugang zu der Kabelkammer herstellen….Treffer. Es lässt sich nicht vermeiden, dass die Leitungen dabei beschädigt werden. Einfach die Leitungen rausfummeln und nachziehen, was wegen der Papierummantelung gut klappt.

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Jetzt umlaufend mit einem Radienfräser die Kanten brechen. VORSICHT im Bereich des Schalterlochs. Diesen Bereich 5mm vorher und nachher aussparen, dass wird dann mit der Hand nachgeschliffen.

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Dito auf der Oberseite.

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Als letztes noch die 60mm Löcher für die Füße und das 80mm Loch der Tonarmbasis mit dem Kreisschneider setzen. Die Fußlöcher mit der Feile/Raspel nacharbeiten bis die Stopper leicht reinrutschen.

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Jetzt noch mit dem 18er die Bohrung für das Lager einbringen. Aufgepasst. Da sich da schon die Bohrung für den Fräsdorn befindet habe ich das Loch aufgebohrt und einen auf Länge zugeschnittenen Dübel reingesteckt, diesen wieder neu zentriert und dann das Loch gebohrt.
Danach schleifen, schleifen, schleifen.......

Wie man auf den letzten Bildern sieht hab ich mich dann doch wieder für abgerundete Fußaufnahmen entschieden.... Geschmackssache.

So, passt schon mal. Sogar die Tonarmbasis.

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Nachher geht’s weiter, werde alles Weitere einfügen.



Falls jemand Interessen an den Bauzeichnungen hat, die liegen als Autocad-File sowie als PDF in 1:1 vor und können gerne für den Eigenbedarf weiterverwendet werden.

Bauzeit ca. 8h.

Der Dreher bleibt erst mal im Rohzustand, der zukünftige Besitzer kann sich dann aussuchen, ob gebeizt, lackiert, lasiert, gewachst usw. wird.


Grüße
Martin

Verfasst: Mi 23. Mai 2007, 13:34
von dukeboris
Hallo Martin,

wie immer eine fantastische Arbeit. Sehr gut dokumentiert.

Was soll er denn Kosten :-)

Gruß,
Boris

Verfasst: Mi 23. Mai 2007, 15:41
von frido_
Hallo Martin

Feeeeeeine Arbeit...... :OK:
Kompliment

Gruß Frido
PS.: Der Kabelkanal...nene wie fein

Verfasst: Mi 23. Mai 2007, 15:52
von 2285b
Super Martin, tolle Planung und Ausführung! :OK:

Das erinnert mich irgendwie an "Zugeschaut und mitgebaut", eine Sendung, die ich früher gerne geschaut habe. :wink:

Gruß
Axel

Verfasst: Mi 23. Mai 2007, 16:12
von Erzkanzler
2285b hat geschrieben:Das erinnert mich irgendwie an "Zugeschaut und mitgebaut", eine Sendung, die ich früher gerne geschaut habe. :wink:
Danke. War das nicht eine andere Sendung???

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Verfasst: Mi 23. Mai 2007, 16:31
von hbhifi
"Zugeschaut und mitgebaut"
Cooler Tip. Endlich was für nen gescheiten Avatar :mrgreen:

Verfasst: Mi 23. Mai 2007, 16:33
von 2285b
Genau, der wars: Helmut Scheuer
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Sieht nur ein bißchen jünger als Du aus Holger... :mrgreen:

Gruß
Axel

Verfasst: Mi 23. Mai 2007, 19:16
von Horn-Fan
Hallo Martin

Der Anfang ist schon sehr Vielversprechend.
Das macht sofort Lust auf mehr "Input".

Ich bin schon sehr gespannt wie es weiter geht.

Gruß Holger

Verfasst: Mo 28. Mai 2007, 18:52
von Max
Hallo Martin,

habe zeitlang nicht ins Forum schauen können, da ich in Urlaub war. Aber was du da gebaut hast sieht schon super aus.

Grüße,

Norbert

Verfasst: Mi 30. Mai 2007, 22:54
von Erzkanzler
Moin,

Heute bin ich noch zu einigen kleineren Änderungen gekommen.

Die Basis wurde noch um eine Ebene erweitert und die Tonarmbasis gebohrt:

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Bild

Morgen wird der Motor mit der Elektronik eingebaut und der Schalter angeschlossen.
Dann könnte das mit dem Probelauf ja diese Woche noch klappen.

Grüße
Martin

Verfasst: Do 31. Mai 2007, 09:42
von Erzkanzler
Moin,

so sieht es doch schon ganz passabel aus:

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Mittlerweile ist auch der rückwärtig platzierte Einschalter montiert.

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TBC

Grüße
Martin

Verfasst: Do 31. Mai 2007, 09:53
von dukeboris
Hi Martin,

Passabel? :roll: du bist gut. Sieht richtig fett aus, um in der Sprache der heutigen Jugend zu sprechen! :OK: :weed: :mrgreen:

Gruß,
Boris

Verfasst: Fr 1. Jun 2007, 08:52
von Erzkanzler
Moin,

irgendwie komm ich nicht aus den Puschen, das Teil sollte schon lange fertig sein.

Gestern abend das Tonarmboard verschraubt und die Bohrung für das Pulley gesetzt.

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Anschließend noch die Motorkammer ausgefräst, sodass die Wandstärke im Bereich des Motors nur noch 2-3mm beträgt.
Danach den Motor angeklebt und die Elektronik verkabelt.

Bild

Morgen geht es weiter mit Feinspachteln, Blei einfüllen und Tonarm montieren.

TBC

Grüße
Martin

Verfasst: Sa 2. Jun 2007, 20:21
von Erzkanzler
Isch habe fertisch :mrgreen:

Heute die Restarbeiten erledigt:

Netzkabeldurchführung gebohrt und Motorabdeckung montiert, ein wenig feingespachtelt und nochmal alles nachgeschliffen:

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Danach 1,3kg Blei eingefüllt, die Hohlräume mit Quarzsand geflutet und das ganze ordentlich abgedichtet.
Anschließend einen RB250 montiert, dem Dreher einen neuen Riemen spendiert und einen ersten Probelauf absolviert.

Das war es dann....

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Das Gewicht liegt jetzt bei 9kg.

Alternativ mit Rega Glasteller, sieht auch nicht schlecht aus.

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Die Tage werde ich noch eine Bastelanleitung als PDF zaubern und einstellen.

Geschafft, jetzt wird erst mal wieder Musik gehört :wink:

Grüße
Martin

Verfasst: Sa 2. Jun 2007, 20:57
von Tom_H
Moin mein Kanzler der Laufwerke......... :wink:

Der ist sehr schön geworden. : resp Mit Glasteller gefällt er mir sogar noch etwas besser. :wink:

Warum hast Du den Motor verklebt???


:beer

Verfasst: Sa 2. Jun 2007, 21:01
von Erzkanzler
Moin Tom,

der neue Motor wird nur noch mit einer dickeren doppelseitigen Klebeplatte befestigt. Früher hing der Motor in einem schlabbrigen Gummi.

Grüße
Martin

Verfasst: Sa 2. Jun 2007, 21:17
von Thargor
Schick! Favorit allerdings schwarzer Teller. Sozusagen Raven-light :mrgreen: :lips:

Viele Grüße!

Verfasst: Sa 2. Jun 2007, 21:32
von 2285b
Auch von mir großen : resp

Vielleicht auch nicht uninteressant: wie klingt er denn nun? :wink:

Gruß
Axel

Verfasst: Sa 2. Jun 2007, 21:39
von frido_
Nabend Martin

Irgendwie süss das Teil und zugleich pfiffig im Aussehen.
Der Schalter rückseitig.....die Motorabdeckung.....die Türstopper.
Handwerklich toll.
Wo hast du denn noch überall den Quarzsand reingefüllt ???

Gruß Frido

Verfasst: Sa 2. Jun 2007, 21:41
von Erzkanzler
Moin,
2285b hat geschrieben:Vielleicht auch nicht uninteressant: wie klingt er denn nun? :wink:
hab momentan nur ein recht schlichtes System zur Hand, das AKG P10ED.
Der Unterschied zwischen dem Glasteller und dem schwarzen SRM/Tech mit umlaufenden Dämpfungsring ist imho allerdings recht deutlich.
Klingt schon mal nicht übel, wenngleich das AKG die Kette stark limitiert.
Muss Morgen dirngend mit Klaus-Bernd telefonieren....

Grüße
Martin