Hilfe-Brummton und hell leuchtende Endstufenröhre

Hier gehts nur um Verstärkung, egal welcher Art.

Moderatoren: Tubes, Moderatorenteam

Antworten
Benutzeravatar
K-B
nicht mehr Neu
nicht mehr Neu
Beiträge: 864
Registriert: Do 20. Apr 2006, 21:49
Wohnort: Großraum L.A. (Lahnstein-Andernach)

Hilfe-Brummton und hell leuchtende Endstufenröhre

Beitrag von K-B »

Hallo zusammen,
ich höre jetzt schon einige Wochen sehr zufrieden mit den Brocksieper-Monoblöcken LC 807. Gerade eben als ich nach kurzer Hörpause wieder ins Wohnzimmer kam fiel mir sofort ein deutlicher Brummton auf einem Kanal auf. Im Inneren des Gehäuses leuchtete eine der beiden 807er-Röhren viel stärker als sonst! Nach dem Ausschalten hörte das Brummen und Leuchten zum Glück auf. Jetzt die Frage: Ist die Röhre vielleicht irgendwie "durchgebrannt"? Man muss beim Einbau der Röhren oben ein Kabel auf die Anodenkappen aufstecken. Kann das Problem durch eine gelöste Steckverbindung kommen? Oder habe ich jetzt hier den Super-GAU??? Vielleicht noch zur Information: Die Monos sind ca. 10 Jahre alt, über das Alter der Röhren kann ich nichts sagen. Das Gehäuse ist noch zu warm zum Aufschrauben-vielleicht kann aber schon einer der Fachleute mit meiner Beschreibung eine Diagnose erstellen? Danke und viele Grüße, Klaus-Bernd
Saarmichel
gelöscht
Beiträge: 893
Registriert: Di 18. Apr 2006, 12:09

Beitrag von Saarmichel »

Hallo Klaus-Bernd,

wahrscheinlich fehlt bei der betreffenden Röhre die negative Vorspannung , falls der Verstärker über eine Ruhestromeinstellung per Poti ( also kein Auto-Bias mittels Kathodenwiderstand) verfügt.

Mir ist deswegen wegen eines Potifehlers fast schon mal mein Amp ( Avatar) abgefackelt.

Da hilft wohl nur mal den Ruhestrom der Endröhren zu überprüfen.Oder die Röhren mal kreuzweise tauschen.Allerdings nur kurz, weil bei fehlender neg. Vorspannung wird die Röhre sehr stark thermisch belastet.Bevor die Röhre anfängt zu glühen > 2Min. hörst Du dann aber bei einem PP-Amp ein brummen.Glüht immer die selbe Röhre, egal wo sie eingestöpselt ist dann die Röhre kaputt.Dann könnte das Steuergitter durch sein.Oder es könnte auch Kontaktprobleme an dem Röhrenpin / Röhrenfassung sein.

Ich an Deiner Stelle würde zuerst mal alle Endröhren ziehen und negative Gittervorspannung direkt an den Röhrenfassungen messen.
Gruß.

Michael

Eine saarländische Lebensweisheit: Hauptsach gud gess.
Benutzeravatar
GlowingTube
Alter Hase
Alter Hase
Beiträge: 1827
Registriert: Mo 25. Dez 2006, 19:54
Wohnort: Heidekreis

Beitrag von GlowingTube »

Moin auch,

bei mir war mal der Kondensator zwischen Treiber- und Endröhre "leicht" durchgeschlagen* und hatte ebenfalls häßliche Effekte wie glühende Anodenbleche zur Folge.

Also im weitestesten Sinne auch ein Effekt zu geringer negativer Gittervorspannung.

LG
Rainer

Bem. * der Durchschlag machte sich mit Spannungen von U>=100VDC am Kondensator bemerkbar
Saarmichel
gelöscht
Beiträge: 893
Registriert: Di 18. Apr 2006, 12:09

Beitrag von Saarmichel »

@ Klaus- Bernd


Gehe mal davon aus das bei Deinem Amp die 807 als Endröhre verbaut ist.Der Anschluß oben auf der Röhre ist der Anodenanschluß.Wäre der Fehler dort dann würde durch die Röhre kein Strom fließen und deshalb auch nicht heiß werden.

Das Steuergitte ist an Pin 3, der Pin der am am weitesten von den anderen Pins weg ist ist.Dort wo dieser Pin in der Röhrenfassung steckt liegt die negative Gittervorspannung an, aber wie gesagt nur wenn man am Amp den Ruhestrom selbst einstellen (kein großer Kathodenwiderstand) kann.

http://frank.pocnet.net/sheets/020/8/807.pdf
Gruß.

Michael

Eine saarländische Lebensweisheit: Hauptsach gud gess.
Saarmichel
gelöscht
Beiträge: 893
Registriert: Di 18. Apr 2006, 12:09

Beitrag von Saarmichel »

GlowingTube hat geschrieben:Moin auch,

bei mir war mal der Kondensator zwischen Treiber- und Endröhre "leicht" durchgeschlagen* und hatte ebenfalls häßliche Effekte wie glühende Anodenbleche zur Folge.

Also im weitestesten Sinne auch ein Effekt zu geringer negativer Gittervorspannung.

LG
Rainer

Bem. * der Durchschlag machte sich mit Spannungen von U>=100VDC am Kondensator bemerkbar
Hallo Rainer,

da hilft als erstes nur eine Spannungsmessung oder auch Röhren umstecken um den Fehler mal grob einzukreisen.

Allerdings sollte man schon wissen was man tut, die Spannungen sind absolut lebensgefährlich.Deshalb ist man auch immer hin+her gerissen Tips zu geben wenn man das vorhandene Fachwissen des Fragenden nicht einschätzen kann.
Gruß.

Michael

Eine saarländische Lebensweisheit: Hauptsach gud gess.
Benutzeravatar
K-B
nicht mehr Neu
nicht mehr Neu
Beiträge: 864
Registriert: Do 20. Apr 2006, 21:49
Wohnort: Großraum L.A. (Lahnstein-Andernach)

Beitrag von K-B »

Hallo zusammen,
und vielen Dank für Eure Hilfe! Ihr habt die Situation schon richtig eingeschätzt: Ich bin technisch auf dem Röhrengebiet ein Neuling, würde aber auch nie einfach so drauflos basteln oder selbst rumprobieren. Zum Glück wohnt ja der Axel hier um die Ecke und der Vater meiner Freundin ist Musik-infizierter Elektromeister. Der hat möglicherweise auch die nötigen Messgeräte. Eure Tipps können natürlich auch für ihne eine Orientierung sein. Ich werd's mal so probieren und dann wieder berichten. Schönes Wochenende und viele Grüße, Klaus-Bernd
Benutzeravatar
Tom_H
Honourable Member of RuH-Society
Honourable Member of RuH-Society
Beiträge: 5257
Registriert: Di 19. Okt 2004, 17:29
Wohnort: im Ländereck Dänemark, Polen, Tschechien, Österreich, Schweiz, Frankreich, Belgien und Holland

Beitrag von Tom_H »

K-B hat geschrieben:Zum Glück wohnt ja der Axel hier um die Ecke...........
ob das wohl hilfreich ist???......... :mrgreen: :idn: :lips: :uw


Sorry, ich kann nicht konstruktiv zur Problemlösung beitragen.......
Ich bin eine undercover Signatur. Wer mich klickt, wird etwas lernen... ;-)
Benutzeravatar
GlowingTube
Alter Hase
Alter Hase
Beiträge: 1827
Registriert: Mo 25. Dez 2006, 19:54
Wohnort: Heidekreis

Beitrag von GlowingTube »

Saarmichel hat geschrieben: Hallo Rainer,

da hilft als erstes nur eine Spannungsmessung oder auch Röhren umstecken um den Fehler mal grob einzukreisen.

Allerdings sollte man schon wissen was man tut, die Spannungen sind absolut lebensgefährlich.Deshalb ist man auch immer hin+her gerissen Tips zu geben wenn man das vorhandene Fachwissen des Fragenden nicht einschätzen kann.
Hallo Michel,

sollte nicht jeder, der sich ratsuchend durch spezielle Foren wühlt, auch über die prophylaktisch ausliegenden Warnhinweise "stolpern" (meistens in fettem rot geschrieben durch den Forenbetreiber)?

Ja, wozu ist ein Forum gut, insbesondere dann, wenn ein Forum-Member bei einer unangenehmen Situation um Rat fragt? Wenn da schon nicht geholfen werden kann, soll, darf... bitteschön, wozu ist dann (noch) ein Forum gut? 's geht ja nicht nur um Kaffee trinken und Späßle machen.

Und selbst wenn der Fragende fachlich kompetent ist, dürfte man trotzdem nicht antworten! Weil.. ja weil.. es könnte ja auch - früher oder später - der eine oder andere Nicht-Fachmann den Beitrag lesen und versuchen, diesen umzusetzen...

Generell ist ein Forum wohl kein Kindergarten. Jeder der Members hat einen gewissen Reifegrad erreicht und sollte selbst beurteilen können, ob er an die Materie geht oder es lieber einem Fachmann überlässt.

Dazu kommt ja auch noch, daß die meisten Bereiche dieses Forums öffentlich sind und man nicht einmal registriertes Mitglied sein muß, um sich ggf. Rat zu holen.

Also wenn man anfängt, drüber nachzudenken....

Ich lasse es mal so stehen.

LG
Rainer
DB
nicht mehr Neu
nicht mehr Neu
Beiträge: 543
Registriert: Sa 13. Mai 2006, 09:23

Beitrag von DB »

Saarmichel hat geschrieben:@ Klaus- Bernd


Gehe mal davon aus das bei Deinem Amp die 807 als Endröhre verbaut ist.Der Anschluß oben auf der Röhre ist der Anodenanschluß.Wäre der Fehler dort dann würde durch die Röhre kein Strom fließen und deshalb auch nicht heiß werden.
Aufpassen, das gilt nur bei Trioden. Bei Mehrgitterröhren übernimmt dann das Schirmgitter den Strom und wird überlastet / glüht / bruzelt ab.

Zum beschriebenen Fehler fällt mir spontan ein:

- defekte Röhre (Schluß, thermische Gitteremission,...): Fehler wandert beim Umstecken mit
- defekte Gittervorspannung (Gitterspannungsquelle, Gitterableitwiderstand, Trimmpoti, Schwingschutzwiderstand,...): Fehler bleibt beim Röhrentausch an derselben Stelle
- Koppelkondensator mit Feinschluß : Fehler bleibt beim Röhrentausch an derselben Stelle

Das kann man selber austesten, aber: Verstärker aus, vom Netz abstecken, abkühlen lassen (t>15min, dann sind auch die Kondensatoren leer). Röhren vorsichtig tauschen (rechts mit links). Einschalten, schauen. Beim Auftreten des Fehlers Stelle merken, sofort wieder ausschalten.
Wenn man sich das nicht traut, auch kein Problem. Vati (Elektriker) fragen, der hat Erfahrung in Messung und Umgang mit hohen Spannungen.

MfG

DB
Hedlund
Stammgast
Stammgast
Beiträge: 254
Registriert: Mo 10. Apr 2006, 18:47

Beitrag von Hedlund »

Hallo Klaus Bernd,

wie ist die Geschichte denn nun ausgegangen?

Grüße
Andreas
Benutzeravatar
K-B
nicht mehr Neu
nicht mehr Neu
Beiträge: 864
Registriert: Do 20. Apr 2006, 21:49
Wohnort: Großraum L.A. (Lahnstein-Andernach)

Beitrag von K-B »

Hallo Andreas,
ich habe die Nummer von Stefan Brocksieper in Erfahrung gebracht und mit ihm persönlich telefoniert. Er war sehr kooperativ (obwohl ich ja nur Gebrauchtkäufer bin!), und hat mir angeboten, mit beiden Monos bei ihm vorbei zu kommen. Das werde ich dann am Samstag auch machen und gerne bei Interesse berichten, wie die Geschichte ausgegangen ist. Viele Grüße, Klaus-Bernd
Hedlund
Stammgast
Stammgast
Beiträge: 254
Registriert: Mo 10. Apr 2006, 18:47

Beitrag von Hedlund »

Hallo Klaus Bernd,

wie ist es denn nun ausgegangen?

Grüße
Andreas
Benutzeravatar
K-B
nicht mehr Neu
nicht mehr Neu
Beiträge: 864
Registriert: Do 20. Apr 2006, 21:49
Wohnort: Großraum L.A. (Lahnstein-Andernach)

Beitrag von K-B »

Hallo zusammen,
ich war wie angekündigt am Samstag in Wuppertal bei Stefan Brocksieper...
...Kurzfassung: Operation geglückt, Patient lebt!
...ausführliche Fassung: Ich habe ja bekanntlich vor gut einem Monat ein Paar Brocksieper-Monoblöcke gebraucht erworben :bumping: Die Geräte brachten gegenüber meinem Transistor-Vollverstärker (Atoll IN 100) schon eine deutliche Klangverbesserung in meine Kette. Nach dem geschilderten Problem mit der Röhre und der netten Tipps hier aus dem Forum rief ich also Stefan Brocksieper an. Er bot mir direkt seine Hilfe an, obwohl ich mittlerweile der 4. Besitzer der Monos bin. Bei ihm in seiner Werkstatt angekommen war dann schnell klar, dass er seine Arbeit mit viel Herzblut, Enthusiasmus und Kompetenz macht! Ich habe wohl schnell genug reagiert und ausgeschaltet, sodass keine teuren Bauteile hinüber waren. :bumping: Es musste dann tatsächlich nur eine defekte Leistungsröhre gewechselt werden, außerdem hat er noch bei der Gelegenheit einige Kleinigkeiten an den mittlerweile ca. 10 Jahre alten Geräten gemacht. Nebenbei (oder eigentlich zeitlich gesehen sogar hauptsächlich) haben ausführlich geklönt. Er macht wie wir auch selbst Musik, da war dann neben dem Hifi-Latein für reichlich Gesprächsstoff gesorgt :ebh: Es gab außerdem einen guten Kaffee, jede Menge kleiner Mäxe (Earmax und Phonomax) standen herum. Dann schließlich eine Hörprobe seiner Anlage, in der seine Vorstufe LC Pre, seine Endstufen und Standlautsprecher spielten (Zuspieler weiß ich nicht mehr so genau. Ein Phillips-CD-Player und ein mir unbekannter, eher unscheinbar wirkender Plattenspieler waren dabei). Mit blumigen Umschreibungen einer solchen Darbietung tue ich mich immer schwer...MIR hat es jedenfalls gefallen ;) Meine Freundin war optisch und akustisch von seinen Lautsprechern angetan, ich fand außerdem die Vorstufe ziemlich amtlich... So vergingen insgesamt fast 3 Stunden wie im Flug, wir haben einen interessanten und herzlichen Entwickler kennen gelernt und die beiden Monos laufen wieder! Viele Grüße, Klaus-Bernd
Hedlund
Stammgast
Stammgast
Beiträge: 254
Registriert: Mo 10. Apr 2006, 18:47

Beitrag von Hedlund »

Hallo Klaus-Bernd,

da fällt mir ja ein Stein vom Herzen, da ich Dir ja seinerzeit zugeraten hatte die Monos zu kaufen.

Ist doch von Vorteil , wenn man von deutschen Herstellern, die hinter ihren Produkten stehen, Komponenten erwirbt.

Grüße
Andreas
Benutzeravatar
K-B
nicht mehr Neu
nicht mehr Neu
Beiträge: 864
Registriert: Do 20. Apr 2006, 21:49
Wohnort: Großraum L.A. (Lahnstein-Andernach)

Beitrag von K-B »

Hallo Andreas und alle anderen,
da bin ich ja ganz gerührt von der Anteilnahme an meiner Geschichte!!! Genau DAS macht dieses Forum aus, seien es technische Fragen, Plattentipps, Sammelbestellungen z.B. Audiosix-Phonostufe usw. DANKE Jungs!!! (Kommt von Herzen und musste mal so raus)
Ich bin übrigens genau Deiner Meinung, was die Einschätzung des Hifi-Standortes Deutschland betrifft! Insbesondere, wenn man einen Menschen kennen lernen kann, der trotz seiner Kompetenz so am Boden geblieben ist. (Ganz im Gegensatz von aufgeblasenen, wichtigtuerischen "Hi-End-Gurus". Von der Sorte gibt es ja leider auch welche...)
Viele Grüße, Klaus-Bernd
Benutzeravatar
nonaim
Stammgast
Stammgast
Beiträge: 130
Registriert: Do 10. Aug 2006, 19:59
Wohnort: Düsseldorf

Beitrag von nonaim »

Hi Klaus-Bernd,

schön das die Brocken wieder laufen....und es gibt so vieles gutes aus Deutschland......Übrigens wird in Eschborn auch eine komplette Brocksieper Kette spielen....auch die großen LS von Ihm...an vier Brocken :D :D zwei davon von mir ..... vielleicht kommt ja der ein oder andere aus dem Forum ??

Gruss
Fränk
immer locker bleiben
Benutzeravatar
K-B
nicht mehr Neu
nicht mehr Neu
Beiträge: 864
Registriert: Do 20. Apr 2006, 21:49
Wohnort: Großraum L.A. (Lahnstein-Andernach)

Beitrag von K-B »

Hallo Frank,
danke für den Tipp, seeeehr interessant! Wird in der Kette auch zufällig der Phonomax zu hören sein? Vielleicht klappt meine Fahrgemeinschaft, dann wäre ich nämlich auch da... Viele Grüße, Klaus-Bernd
Benutzeravatar
nonaim
Stammgast
Stammgast
Beiträge: 130
Registriert: Do 10. Aug 2006, 19:59
Wohnort: Düsseldorf

Beitrag von nonaim »

Phonomax wird auch da sein :D :D
Komm einfach vorbei....bin auch da..

Gruss
Fränk
immer locker bleiben
Antworten

Zurück zu „Röhrenverstärker“