Hallo Henning,
mein 211er Red Dragon läuft übrigens seit gestern auch wieder. Ich habe einen neuen Trafo eingebaut. Nachdem mir div. Trafowickler jeweils so um die 300€ abknöpfen wollten habe ich nach einer günstigeren Alternative gesucht.
Am Freitag beim Besuch bei Tube Town habe ich einen Trafo gefunden der von den Abmessungen her perfekt gepasst hat und mit 75€ recht preiswert ist.
hxxp://
www.tube-town.net/ttstore/product_info. ... Style.html
Allerdings hat der Trafo sekundär nur 345V-0-345V während der Orginal-Trafo ( China-Schrott ) 2 Wicklungen mit jeweils 825 Volt hatte. Einzige Lösung war also die beiden Wicklungen des neuen Trafos in Reihe zu schalten und mit einem Brücken-Gleichrichter die Spannung gleichzurichten. Rein rechnerisch müssten sich aus 345V + 345V = 690V x 1,40 = 966 Volt Gleichspannung ergeben. Durch die Gleichstromwiderstände von Siebdrossel ( 50 Ohm ) und der Primärwicklung des Ausgangübertragers ( 179 Ohm ) reduziert sich die Spannung unter Belastung noch ein wenig. Hinter der Siebdrossel habe ich dann tatsächlich 945 Volt gemessen und an der Anode der 211er Endröhre genau 935 Volt. Das wird einiges an Leistung kosten da mit dem alten Trafo gemessen ca. 1075 Volt an der Anode der 211er anlagen. Nun alles hat halt seinen Preis. Die Aktion roter Drachen wiederbeleben konnte also beginnen.
Hier ein Bild das den neuen Trafo am Arbeitsplatz zeigt.
[IMG:150:128]http://img209.imageshack.us/img209/9780 ... bj6.th.jpg[/img]
Hier ein Bild das den Brücken-Gleichrichter zeigt, ursprünglich war eine Zwei-Wege-Gleichrichtung mit je 2 in Reihe geschalteter Einzeldioden verbaut. Genommen habe ich zum Aufbau des Brücken-Gleichrichters BYV96E Dioden, wobei ich jeweils zwei Dioden in Reihe geschaltet habe. Auf Ausgleichwiderstände wurde dabei verzichtet, zwar nicht die feine Art aber die Chinesen haben das auch bei ihrem Zwei-Wege-Gleichrichter ( jeweils zwei Dioden in Reihe ) auch nicht für nötig gehalten.
[IMG:150:128]http://img215.imageshack.us/img215/9145 ... nk3.th.jpg[/img]
Die Einschaltverzögerung der Anodenspannung für die 211er habe ich übrigens ersatzlos gestrichen. Ursprünglich wurde die Mittelanzapfung des Anodenstrom-Trafos nach einer gewissen Zeit auf Masse geschaltet. Während dieser Zeit hat der Amp immer fürchterlich vor sich hin gebrummt. Meine Unison Research Smart 845 haben ( brauchen ) so einen "Luxus" auch nicht, also raus damit. Ich hätte natürlich auch die Minus-Spannung am Brücken-Gleichrichter schalten können, sogar die Versorgungspannung ( 6V ) für die Zeitschaltung wäre auf dem neuen Trafo ( 6,3V 8A !!!! ) vorhanden gewesen. Viel sinnvoller und wichtiger hielt ich es allerdings die beiden Trafos getrennt abzusichern, DASS !!!! ist eigentlich kein Luxus sondern eigentlich Pflicht.
[IMG:150:128]http://img141.imageshack.us/img141/672/ ... vw1.th.jpg[/img]
Beim einschalten des Verstärkers ist jetzt genau wie bei meinen Unisons nur ein ganz kurzes wuuppp zu hören, dass war es dann, kein sekundenlanges, nerviges Gebrumme mehr !!!!.
Und wie klingt es jetzt ?????, nun nicht viel anderst als vorher, allerdings wie ich schon vorher vermutet, oder befürchtet habe hat der Verstärker mit der reduzierten Anodenspannung an Leistung verloren. Die Verzerrungs-Schwelle ab wo der Amp deutlich hörbar zu verzerren begingt und angestrengt klingt wird jetzt doch schon deutlich früher erreicht.
Gut wenn man SE-CAD von Glasware sein Eigen nennt. Hier mal die Simulation. Obere Bildhälfte zeigt die Simulation mit ursprünglicher Anodenspannung und die untere Bildhälfte mit der nun nur noch vorhandenen Anodenspannung.
[IMG:140:165]http://img215.imageshack.us/img215/4525 ... sp6.th.jpg[/img]
Einziger Vorteil ist das der Trafo jetzt nicht mehr so viel ackern muss und deshalb auch deutlich kühler bleiben müsste. Müsste, auch der neue Trafo wird trotz größerem Kern ( EI105x60 ) auch ganz beträchtlich warm. Mit geschlossener Trafohaube habe ich im Kern nach 3 Std. Betrieb 71 Grad Celsius gemessen. Die Sonde habe ich zur Messung in eines der beiden oberen Löcher des Blechpaketes gesteckt. Das Blechpaket ist übrigens oben verschweißt weshalb auch die oberen Schrauben entbehrlich sind. Das verschweißen halte ich nicht für optimal weil die Bleche eigentlich gegeneinander elektrisch isoliert sein sollten um die Wirbelstromverluste ( Erwärmung ) möglicht gering zu halten.
Mit abgenommener Trafohaube sinkt die Kerntemperatur übrigens auch nur auf ca. 62 Grad Celsius, eine Belüftung der Trafohaube bringt also im Grunde auch nicht allzu viel.
Die Trafohaube wird jetzt allerdings selbst nach stundenlangen Betrieb nur handwarm, vorher wurde jedenfalls die Trafohaube deutlich wärmer. Wie heiß muß dann erst der Trafokern geworden sein, 100 Grad Celsius waren es bestimmt locker.
Bei mehr als 60 Grad Celsius kann man das Eisenpaket übrigens nicht mehr länger anfassen, man zieht unwüllkürlich die Finger gleich wieder weg.
Henning, schraub mal die Trafohaube einfach los und setze sie im Betrieb lose drauf, dann ziehst Du die Trafohaube wenn der Amp gut durchgewärmt ist einfach hoch und fasst ( evtl. vorher den Amp ausschalten ) den Blechkern des hinteren Trafos an. Du wirst entsetzt sein wie heiß das Ding tatsächlich wird. Die Wärme-Koppelung durch die Luft von Trafo-Trafohaube ist einfach denkbar schlecht weil unbewegte Luft ein miserabler Wärmeleiter ist. Deine Kühlkörper werden den Trafokern noch nicht einmal um ein Grad kühlen. Übrigens wird der vordere Trafo ( Heiztrafo ) anscheint heißer als der hinter Trafo ( Anodenspannung ) , dass kommt allerdings einem nur so vor. Wenn man die Trafohaube abzieht dann ist der hintere Trafo ganz eindeutig deutlich heißer obwohl die Trafohaube selbst vorne wärmer erscheint. Vermutlich heizt die Infarotstrahlung der Endröhren die Trafohaube auch um einiges auf oder verhindert zumindest das die Wärme an die umgebende Luft abgegeben wird.
Was mir noch aufgefallen ist. Der Amp fängt jetzt wenn er gut durchgewärmt ist auf dem rechten Kanal deutlich vernehmbar an zu brummen. Keine Ahnung voran das liegen kann
So das wars erst einmal, halt, Stop, nicht ganz. Bestimmt möchte der gute Henning jetzt wissen welche Auswirkungen eine reduzierte Anodenspannung bei seinem Yarland mit der 845er hätte- man weiß ja nie. Hoffe aber mit Dir das dieser Fall bei Dir niemals eintretten wird.
Hier die Simulation bei gleichen Spannungsverhältnisse mit der 845er.
[IMG:141:165]http://img140.imageshack.us/img140/2410 ... ic5.th.jpg[/img]
Upps, das 845er Rohr ist unter gleichen Bedingungen ja um einiges potenter als die 211er Senderöhre. Muss wohl umbauen

Gruß.
Michael
Eine saarländische Lebensweisheit: Hauptsach gud gess.