am Donnerstag war neben Tom_H auch der Forumskollege Sigije bei mir. Hintergrund war mein Angebot, einige seiner LPs auf der MINOS zu waschen.
Als kleines "Gastgeschenk" hat er mir leihweise einen Phasenindikator der Marke "Solitaer Audio" zum Ausphasen der einzelnen Komponenten überlassen.
Am Freitag hatte ich mich daran gemacht, diese Arbeit durchzuführen, sehr komfortabel da keine Verbindungen zwischen den Geräten getrennt werden muss.
Auch hatte ich seinerzeit mehr schlecht als recht versucht, die Phase mittels Multimeter auszumessen.
Na ja, was soll ich sagen, ähem, ich bin halt 'en Metaller und die halten sich ja bekanntlich einen Elektriker.
Nein, im Ernst sollte man mich mit stromführenden Leitungen in Ruhe lassen. Das Einzige was so von Schule und Technikerausbildung hängen geblieben ist, ist so'n komischen Gesetz, URI glaub' ich heisst das verdammte Ding....
Aber weiter im Text, Netzstecker des zu prüfenden Gerätes in den Phasenindikator und Netztaste am Prüfling auf ON.
Dann Prüftaste am P.I. (ich kürze das mal ab...) drücken, die Seite des Steckers mit der Phase wird über eine LED angezeigt. Zwecks Prüfung kann man den Stecker nun drehen und den Vorgang wiederholen.
Es gibt aber auch Geräte, die ein eindeutiges Ergebnis stoisch verweigern, da ist es dann halt egal wie herum der Stecker in der Netzleiste (bei der man vorher mit dem beiliegenden Phasenprüfer die Phase ausgemittelt hat) sitzt.
Nun war ich auch gespannt, was das klanglich ausmacht. Vor- und Endstufenstecker mussten aber nach Prüfung mittels des P.I. in der Netzleiste gedreht werden.
Mein musikalisches Prüfmaterial bestand aus vor wenigen Tagen gehörten LPs:
Friedemann "Aquamarin" Biber Records
Arne Domnerus "Jazz at the Pawnshop" Proprius
Riccardo Muti "Bilder einer Ausstellung/Feuervogel" MFSL
APP "Tales of Mystery and Imagination E.A.Poe" MFSL
Rickie Lee Jones "Girl at her Vulcano" Geffen Records
Pink Floyd "DSOTM" MFSL
Zunächst war ich etwas verunsichert, ob ich einer Täuschung bzw. einem Placebo-Effekt unterlag, was sich aber mit zunehmender Dauer verflüchtigte...
Allen Aufnahmen gemeinsam ist der sehr gut nachvollziehbare Gewinn an Räumlichkeit und Ruhe im Klangbild.
Weit hinten grollen die Pauken in der von mir so heiss geliebten Muti-Einspielung der "Bilder einer Ausstellung". Instrumente in den hinteren Reihen sind nicht einfach leiser dargestellt, nein man gewinnt den Eindruck einer hervorragenden Tiefenstaffelung und kann die räumliche Distanz der Musiker untereinander sehr schön nachvollziehen.
Im leisen Teil vor dem Finale des Feuervogels, vernimmt man jetzt ein leises Husten, das ebenfalls mit korrekter Tiefe empfunden wird. Das Finale stellt mir noch jetzt, wo ich diese Zeilen verfasse, rückblickend die Nackenhaare hoch.
Gitarren und diverses Schlagwerk auf der Friedemann-LP kommt ansatzlos mit grosser Dynamik. Die Tiefton-Abteilung gibt alles um hier nachzukommen.
Die bekannte "Pawnshop"-Aufnahme lässt mich tief in das Geschehen eintauchen, hölzern erklingen die Sticks am Beckenrand und lassen mich erstmalig diese Abfolge als integrales Teil des Musikstückes erkennen. Das Sax wird grössenmässig hervorragend dargestellt, die Läufe über das Xylophon ertönen berückend schön.
Die kongeniale Vertonung der Poe'schen Geschichten (habe ich als Jugendlicher verschlungen) wirkt nunmehr im dramatischen Finale des "The fall of the house of Usher" noch beängstigender als zuvor.
Wunderschön erklingen vorher die Mandolinen, erneut aus grosser Raumtiefe.
Das von John Miles gesungene Stück "The cask of Amontillado" verdeutlicht die Hinterhältigkeit gegenüber dem Erzfeind Fortunato, der einschmeichelnde Gesang ertönt authentisch, ich fühle regelrecht die Kälte des Kellergewölbes und schiele nach meiner Kuscheldecke.
Die gute Rickie, die Lee, die Jones vermag sich nun mit gutem Zugewinn an Dynamik und der damit verbundenen Ruhe im Klangbild vom Ursprungszustand abzusetzen. Das Stück "Under the Broadwalk" verlangt der Anlage bezüglich Stimm- und Instrumentenplatzierung einfach alles ab.
Die dramatisch sich steigernden Refrains muss man einfach gehört haben.
Zuletzt lege ich die immergrüne "Dark side.." auf, ein weites Panorama spannt sich mit lasziv gespielten Becken und Gitarren auf, nicht erst jetzt kann ich eine Täuschung gegenüber des Sinnmachens der Ausphasung ausschliessen.
Das Gerät ist sicherlich recht kostenintensiv und unter Berücksichtigung des mehr oder weniger einmaligen Gebrauches ist der Preis kaum haltbar.
Wie jedoch meine Anlage darauf reagiert hat, makes me wonder.
Eventuell macht es Sinn, das kleine Kästchen leihweise für einen geringes Entgelt interessierten Forumskollegen zur Verfügung zu stellen?
Sigije, Dir vorab bereits meinen heissen Dank für die Leihgabe!!
Genug gesabbelt, probiert's halt mal aus!
Viele Grüsse aus Nettetal sendet
Stefan




