Klangeigenschaften von Roehren - war KT88 vs 6550...

Hier gehst um das, was die Tube-Amps usw. ausmacht

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hoersen
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Beitrag von hoersen »

hallo rainer,

1x lausig-immer lausig! (MEINE ERFAHRUNG!)dass röhren nämlich schaltungsbedingt zu völlig engegengesetzten klangqualitäten auflaufen, kann man allein durch überlegung ausschließen. denn würde eine röhre in der einen schaltung SO und in der anderen aber SO klingen, wäre der klangcharakter einer röhre ja VÖLLIG BELIEBIG! - und der aller anderen konkurrenzprodukte dann ja auch.

das KANN allein aus logischen gründen nicht sein! ergo: ein röhrentyp eines herstellers hat einen eigenen klangcharakter, unabhängig davon, in welchem verstärker sie steckt. dass unterschiedliche schaltungen vielleicht untschiedl. nuancen betonen, sei dahingestellt. aus einem weichspüler und bumser von röhre wird aber wohl nie ein knackfrosch an präzision.

(und dass du GL gut findest, ist halt geschmackssache - und damit ja auch eigentlich das wichtigste...)


h.
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mb-de
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Beitrag von mb-de »

Hallo Horst,

waere ich boese, taete ich Deinen Text als esoterisches Geschwafel ab :mrgreen:.

Da ich aber nicht boese bin, weise ich einfach darauf hin, dass die Grundeigenschaften einer Roehre durch ihre Kennlinien definiert werden.

Diese Kennlinien wirken sich in unterschiedlichen Arbeitpunkten und Schaltungen auch unterschiedlich aus - was in einer Schaltung zu viel disharmonischem Klirr fuehrt, kann in einer anderen Schaltung auswirkungfrei bleiben, oder sogar 'konsonanten' Klirr befoerdern.

Daher ist eine Pauschalaussage, dass eine Roehre einen bestimmten Klangcharakter hat, und den mit sich durch alle Schaltungen und Einsaetze traegt, so nicht haltbar.

Was man sagen kann ist, dass eine Roehre in spezifischen Schaltungsumgebungen charakteristische Eigenschaften und daher auch charakteristischen Klangeffekt zeigen kann.

Je besser der Schaltungsentwickler mit der Sache umgeht, desto weniger tun sich diese Eigenschaften kund - das macht zwar tube rolling langweilig, ist aber dem Hifi-Gedanken nahe und konsequent.

Gruss

Micha
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GlowingTube
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Beitrag von GlowingTube »

Moin zusammen,

mir ist es egal, ob der Klang der Tube schaltungsabhängig ist oder nicht, obwohl ich eher annehme, daß die Charactere einer Röhre nicht durch die Schaltung grundlegend geändert werden sollten. Viel häufiger habe ich festgestellt, daß bspw. schwache Netzteile mit bestimmten Röhren nicht harmonieren, weil bspw. der Bass dem Netzteil mehr Leistung abverlangt. Wenn das Netzteil damit nicht dienen kann, kommt es u.a. zu einem verwaschenen Bass. Menschen, die nicht über das techn. Wissen verfügen, schieben den Effekt auf die Röhren, was imho nicht korrekt wäre.

In Bezug auf die Diskussion hier, führt diese Betrachtungen allerdings auch nicht weiter. Ich verlasse mich auf meine Ohren, denn es gibt, wie man immer wieder bei Treffen mit Gleichgesinnten feststellt, oftmals ziemlich unterschiedliche Hörgewohnheiten, Erwartungen, Musikrichtungen, raumakustische Einflüsse und ich weiß nicht, was noch für Faktoren.

Ich weiß, was mir gut gefällt und es gibt manchmal von guten Hifi-Freunden, die meine Neigungen beim Hören einschätzen können, gutgemeinte Tipps, was bei mir passen könnte. Letztlich muß man dann selbst hören und entscheiden.

BITTE, es soll sich keiner auf den Schlips getreten fühlen, aber ich möchte gern feststellen, daß es nicht DIE Röhre gibt, die für ALLE Fälle das Optimum ist.

Viele Grüße
Rainer :beer
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Mel*84
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Beitrag von Mel*84 »

BITTE, es soll sich keiner auf den Schlips getreten fühlen, aber ich möchte gern feststellen, daß es nicht DIE Röhre gibt, die für ALLE Fälle das Optimum ist.
Genau meine Meinung und sicher nicht falsch.... :roll: :beer
Was nützt die beste Hardware, wenn man an den Tonträgern spart!

Liebe Grüße
Thomas
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mb-de
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Beitrag von mb-de »

Hallo Rainer!
GlowingTube hat geschrieben: BITTE, es soll sich keiner auf den Schlips getreten fühlen, aber ich möchte gern feststellen, daß es nicht DIE Röhre gibt, die für ALLE Fälle das Optimum ist.
Volle Zustimmung :beer :OK:!

Beste Gruesse

Micha
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PS: Zum ersten Teil des Textes: Das Netzteil gehoert, soweit im Signalweg befindlich, eindeutig zur Schaltung dazu - und hat damit einen Einfluss auf das Resultat ... also scheinen wir uns auch hier einig zu sein :shock: ... (eigentlich : :wink: ).
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Beitrag von GlowingTube »

mb-de hat geschrieben: PS: Zum ersten Teil des Textes: Das Netzteil gehoert, soweit im Signalweg befindlich, eindeutig zur Schaltung dazu - und hat damit einen Einfluss auf das Resultat ... also scheinen wir uns auch hier einig zu sein :shock: ... (eigentlich : :wink: ).
Hi Micha,

ok, natürlich kann man das NT so betrachten, daß es auch im Signalweg liegt. Man betrachtet es ja bekanntlich "wechselspannungsmäßig". Dennoch würde ich es anders betrachten wollen, weil die ollen Elkos, Drosseln und was sich so als sogenannte Energiespeicher im Netzteil tummelt, manchmal einfach zu lasch dimensioniert ist. "Weich" ist ja bekanntlich weniger teuer, wenn's um's Netzteil geht.

Tschüssi
Rainer :beer
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Beitrag von hoersen »

hallo micha,

und wenn ich böse wäre, würde ich so manches hier im forum als technokratelatein abtun. aber dazu sind wir hoff. alle viel netter, als das machmal in foren so rüberkommt.

ich habe mich halt von einer anderen seite dem thema genähert und habe eine völlig andere erklärung dazu gegeben. aber sie ist in sich logisch und schlüssig und daher legitim. du kannst es auch als statistisch basierte aussage betrachten.

sie muss übrigens nicht der WAHRHEIT entsprechen, sondern nur BRAUCHBAR sein und das ist mein gedanke, da er die alltägliche lebenserfahrung (mit tube rolling) weitestgehend zutreffend beschreibt.

allerdings bedauere ich schon, überhaupt eine solche - nicht schaltungsbasierte - sichtweise hier geoutet zu haben...

schöne ferien noch!

h.
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Beitrag von mb-de »

Hallo Horst,

ich habe kein Problem mit einem subjektiven Ansatz zum Thema - eben den durch 'Heranhoeren'.

Ich gebe sogar explizit zu, dass dies - im System, in dem die Roehren am Ende spielen - die am Ende beste Loesung ist

Solange der Einsatz der Roehre langfristig ohne Schaden erfolgen kann, gilt dann auch wieder mein (Beinahe-)Lieblingssatz:

Smaaken verschillen.

Oder auch: 'der eigene Geschmack entscheidet...'

Womit ich ein Problem habe, ist die Uebertragbarkeit solcher Tests. Laeuft die Roehre in einer aehnlichen Umgebung (Arbeitpunkt und Anpassung), sind die Tests uebertragbar. Ist die Umgebung unterschiedlich, kann das Ergebnis anders ausfallen - und auch bei sehr teuren Roehren enttaueschend sein (Beispiel: Ich kenne einen Roehrenequaliser und einige Vorverstaerker (alle aus englischer Produktion), in dem die TFK ECC803S absolut unanhoerbar wird...).

Wasser in den Wein giessen macht mir keinen Spass - aber manchmal kann ich dies' Manoever nicht vermeiden :OK:.

Gruss

Micha
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Beitrag von STEFF »

Moin,

ich nähere mich jetzt mal klanguntechnisch,also ich kenne mindestens 3 Leute
die mir damals die Gefügelten Svetlanas empfohlen haben nicht aus klanglichen Gründen.
Nein , weil mir alle bestätigt haben das die Röhren sehr robust und spannungsfest sind, wo andere schon die Flügel strecken und bei Ihnen nie zu Ausfällen kam.
Vielleicht ist das Kriterium für Freude an der Musik zu wissen, das man auf der sicheren Seite ist.

Ist nur mal so eine Anregung von einen technischen Laien.

Gruß
Stephan
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mb-de
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Beitrag von mb-de »

Hallo Stephan!
STEFF hat geschrieben:... weil mir alle bestätigt haben das die Röhren sehr robust und spannungsfest sind, wo andere schon die Flügel strecken und bei Ihnen nie zu Ausfällen kam.
Vielleicht ist das Kriterium für Freude an der Musik zu wissen, das man auf der sicheren Seite ist.
Dies ist in der Tat die Grundlage eines sinnvollen Roehreneinsatzes.

Ich sagte ja vorher schon:
mb-de hat geschrieben:Solange der Einsatz der Roehre langfristig ohne Schaden erfolgen kann...
Zuverlaessigkeit ist ein wichtiges Kriterium.

Leider sind die klanglich besten Roehren nicht immer zuverlaessig, auch wenn sie elektrisch passen - das man nur elektrisch passende Roehren steckt, gebietet ja schon die Vernunft...

Ich habe da so meine Erfahrungen mit AVVT AV-5B SL (Fehlerquote mancher Chargten 75% in wenigen Stunden, trotz Nichtausnutzung der Grenzwerte - eine davon ging mit Sekundaerschaden :cry:) ... auch JJs haben mir schon Misvergnuegen bereitet, wegen starker Abweichung von den Originaldaten ... die Nutzung von vom Lieferanten vorselektierten Roehren ist hier unbedingt sinnvoll... von Chinakrachern (KT88 Shuguang, etc.) mag ich gar nicht reden :shock:...
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STEFF
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Beitrag von STEFF »

Moin Micha,

ich wollte damit nur sagen,das Zuverlässigkeit für mich an erster Stelle steht,verzichte gern auf das letzte Prozent Klang.
Was nützen einen klangschöne Röhren wenn man die mit schöner Regelmässigkeit verheizt oder durch Unregelmässigkeiten auffallen, kann auf Dauer ein teueres Hobby werden. :cry:

Wenn man natürlich beides haben kann, bin ich wohl der Letzte der sich dagegen wehrt und da bin ich bestimmt nicht allein hier.:mrgreen:

Endröhren-Wechsel in meiner Endstufe ist für mich zu Ende(wenn da nicht diese verflixten ECC´s wären :roll: ).

Lieben Gruß

Stephan
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