Eine unendliche Geschichte (bis zum Ederer)
Verfasst: Di 24. Mär 2009, 15:15
Hallo,
ich habe einen neuen Röhren-Kombi. Und das kam so:
Begonnen hatte alles Ende der60er/Anfang der 70er Jahre. Ich wollte das alte riesige Röhren-Radio nicht mehr. Ich wollte eine ANLAGE. Weihnachten hatte ich einen Telefunken-Receiver mit Heco-Boxen und Elac-Plattenspieler. Boxen und Plattenspieler fand ich ganz iO, aber der Telefunken!!! Nußbaum-Seitenteile und dann der Name OPERETTE (oder so), das ging gar nicht! Aber die Musik, die dieses Trio zustande brachte war, glaube ich, mehr als in Ordnung.
Abhilfe kam in meiner winzigen Studentenbude in Form eines Goodman-Receivers. Na klar: der Name und satte 500 Watt, sagte zumindest der Verkäufer. Boxen und Plattenspieler durften bleiben und ich hatte eine vergnügliche Zeit mit Ober- und Untermietern.
Weil der Goodman kaputt ging (und niemand in der Lage war, den zu reparieren) folgte ein Yamaha Verstärker (Boxen und Plattenspieler wie gehabt). Ich meinte, dass die Heco Boxen Potential verschenkten und sann auf Abhilfe. Ich startete (trotz handwerklicher Defizite) eine LS-Selbstbauer-Karriere. Ich baute Focal Onyx-Lautsprecher. Leider wurde ich mit den Kühlschränken nie ganz glücklich, ein Thorens (mit Gespenster-Logo eines damals großen Hifi-Ladens in HH) ersetzte den Elac. Ich verlor über Jahre den Spass an Hifi und verkaufte alles, leider auch den Thorens und alle LPs...
Dann kam die Zeit des NAD. Erst in Kombination mit selbstgebauten Rundumstrahlern mit Vifa-Bestückung, dann mit einem Nimbus-Horn, dann mit kleinen Piccolinos – alles Bausätze aus K&T.
Aber ich wollte was „Richtiges“. NAD an einen Freund verkauft, Rotel Vor-End-Verstärker Kombi gekauft. Das sollte es sein! Der Klang war in Ordnung, ich fands mit der Zeit langweilig, seelenlos. Ich begann mich im Internet durch verschiedene Foren in den Lautsprecherbau einzulesen und stolperte über Saba-Greencones. Lautsprecher (fast) so alt wie ich selber, das musste ich probieren (ausserdem war der LS-Aufbau ziemlich einfach)! Allerdings brauchte ich einen Röhrenverstärker: nur zum Testen! Weil ich fürs Testen nicht so viel Geld ausgeben wollte, wurde es ein alter 60er Jahre Philips. Der Klang war umwerfend: wars der Röhrenverstärker, waren es die alten Breitbänder? Jedenfalls hatten die Rotels absolut keine Chance! Die Saba-LS wurden optimiert, d.h. die Schallwände wurden ausgemustert, jetzt stehen bei mir - wie ich finde: hübsche - Amygdalas, auch die Frau ist zufrieden.
Nur der Versuchs-Philips! Der Charme der 60er musste weichen, es sollte mal wieder was „Richtiges" sein. Es ist – wie immer – einfach, einen sehr guten Röhrenverstärker zu kaufen - wenn genug Geld zur Verfügung steht. Wenn die Mittel knapper sind (wie bei mir) muss man andere Wege suchen. Sehr lange Zeit versuchte ich „meinen“ Röhrenverstärker über ein bekanntes Auktionshaus zu bekommen. Ich musste feststellen, dass es Schnäppchen dort nicht gibt, dass im Gegenteil die dort erzielten Preise in Regionen gingen, die ich nicht bereit war auszugeben. Vor einem viertel Jahr schien es doch soweit zu sein: ich ersteigerte zu einem sehr günstigen Preis einen nagelneuen Yaqin 300B aus GB. Pech oder Glück: das Geld war per PayPal überwiesen, da bekam ich die Nachricht des Verkäufers, dass ihm der Yaqin beim Transport zur Post – so sorry! – auf den Boden gefallen sei. Er bot mir zwei Alternativen an: 1. Yaqin reparieren 2. alternativer Röhrenverstärker. Ich wollte beides nicht und holte mir mein Geld (übrigens problemlos) über PayPal zurück. Von dem Auktionshaus (und von irgendwelchen ungewissen Abenteuern) hatte ich die Nase voll und besann mich des RuH-Forums.
Ich schrieb in der Suche-Rubrik meine Vorstellungen – die Resonanz war prima. Kurze Zeit später stand bei mir – Dank an charls! – ein Röhrenendverstärker von Alex Ederer, den ich mit meinem Rotel-VV betrieb. Völlige Begeisterung! Die mit angebotene fertig aufgebaute (audiosix) Linevorstufe hat leider nicht den Weg zu mir gefunden. Ich habe mich mit Alex Ederer in Verbindung gesetzt, worauf er mir einen VV gebaut hat.
Die Endstufe ist ein SE-Amp mit 2 x 6BG6, AZ 11 Gleichrichterröhre und 2 x EF 80. Der VV ist fernbedienbar mit 2 x 6C8G und wieder AZ 11 Gleichrichterröhre. Ich denke, die Ederer-Geräte sind absolut solide, machen einen sehr wertigen Eindruck, sind keine Blender und klingen (für meine Ohren) hervorragend. Sicher gibt es Geräte, die besser sind, nur muss man sich vor Augen halten, zu welchem Preis dieser klangliche Zugewinn zu erreichen wäre! Mir hat jedenfalls die Kommunikation mit Alex Ederer gefallen und das Ergebnis sowieso. Ich glaube, das ist es jetzt...
(Falls irgendjemand so lange gelesen hat: Respekt!)
Grüße aus dem Norden
Werner
ich habe einen neuen Röhren-Kombi. Und das kam so:
Begonnen hatte alles Ende der60er/Anfang der 70er Jahre. Ich wollte das alte riesige Röhren-Radio nicht mehr. Ich wollte eine ANLAGE. Weihnachten hatte ich einen Telefunken-Receiver mit Heco-Boxen und Elac-Plattenspieler. Boxen und Plattenspieler fand ich ganz iO, aber der Telefunken!!! Nußbaum-Seitenteile und dann der Name OPERETTE (oder so), das ging gar nicht! Aber die Musik, die dieses Trio zustande brachte war, glaube ich, mehr als in Ordnung.
Abhilfe kam in meiner winzigen Studentenbude in Form eines Goodman-Receivers. Na klar: der Name und satte 500 Watt, sagte zumindest der Verkäufer. Boxen und Plattenspieler durften bleiben und ich hatte eine vergnügliche Zeit mit Ober- und Untermietern.
Weil der Goodman kaputt ging (und niemand in der Lage war, den zu reparieren) folgte ein Yamaha Verstärker (Boxen und Plattenspieler wie gehabt). Ich meinte, dass die Heco Boxen Potential verschenkten und sann auf Abhilfe. Ich startete (trotz handwerklicher Defizite) eine LS-Selbstbauer-Karriere. Ich baute Focal Onyx-Lautsprecher. Leider wurde ich mit den Kühlschränken nie ganz glücklich, ein Thorens (mit Gespenster-Logo eines damals großen Hifi-Ladens in HH) ersetzte den Elac. Ich verlor über Jahre den Spass an Hifi und verkaufte alles, leider auch den Thorens und alle LPs...
Dann kam die Zeit des NAD. Erst in Kombination mit selbstgebauten Rundumstrahlern mit Vifa-Bestückung, dann mit einem Nimbus-Horn, dann mit kleinen Piccolinos – alles Bausätze aus K&T.
Aber ich wollte was „Richtiges“. NAD an einen Freund verkauft, Rotel Vor-End-Verstärker Kombi gekauft. Das sollte es sein! Der Klang war in Ordnung, ich fands mit der Zeit langweilig, seelenlos. Ich begann mich im Internet durch verschiedene Foren in den Lautsprecherbau einzulesen und stolperte über Saba-Greencones. Lautsprecher (fast) so alt wie ich selber, das musste ich probieren (ausserdem war der LS-Aufbau ziemlich einfach)! Allerdings brauchte ich einen Röhrenverstärker: nur zum Testen! Weil ich fürs Testen nicht so viel Geld ausgeben wollte, wurde es ein alter 60er Jahre Philips. Der Klang war umwerfend: wars der Röhrenverstärker, waren es die alten Breitbänder? Jedenfalls hatten die Rotels absolut keine Chance! Die Saba-LS wurden optimiert, d.h. die Schallwände wurden ausgemustert, jetzt stehen bei mir - wie ich finde: hübsche - Amygdalas, auch die Frau ist zufrieden.
Nur der Versuchs-Philips! Der Charme der 60er musste weichen, es sollte mal wieder was „Richtiges" sein. Es ist – wie immer – einfach, einen sehr guten Röhrenverstärker zu kaufen - wenn genug Geld zur Verfügung steht. Wenn die Mittel knapper sind (wie bei mir) muss man andere Wege suchen. Sehr lange Zeit versuchte ich „meinen“ Röhrenverstärker über ein bekanntes Auktionshaus zu bekommen. Ich musste feststellen, dass es Schnäppchen dort nicht gibt, dass im Gegenteil die dort erzielten Preise in Regionen gingen, die ich nicht bereit war auszugeben. Vor einem viertel Jahr schien es doch soweit zu sein: ich ersteigerte zu einem sehr günstigen Preis einen nagelneuen Yaqin 300B aus GB. Pech oder Glück: das Geld war per PayPal überwiesen, da bekam ich die Nachricht des Verkäufers, dass ihm der Yaqin beim Transport zur Post – so sorry! – auf den Boden gefallen sei. Er bot mir zwei Alternativen an: 1. Yaqin reparieren 2. alternativer Röhrenverstärker. Ich wollte beides nicht und holte mir mein Geld (übrigens problemlos) über PayPal zurück. Von dem Auktionshaus (und von irgendwelchen ungewissen Abenteuern) hatte ich die Nase voll und besann mich des RuH-Forums.
Ich schrieb in der Suche-Rubrik meine Vorstellungen – die Resonanz war prima. Kurze Zeit später stand bei mir – Dank an charls! – ein Röhrenendverstärker von Alex Ederer, den ich mit meinem Rotel-VV betrieb. Völlige Begeisterung! Die mit angebotene fertig aufgebaute (audiosix) Linevorstufe hat leider nicht den Weg zu mir gefunden. Ich habe mich mit Alex Ederer in Verbindung gesetzt, worauf er mir einen VV gebaut hat.
Die Endstufe ist ein SE-Amp mit 2 x 6BG6, AZ 11 Gleichrichterröhre und 2 x EF 80. Der VV ist fernbedienbar mit 2 x 6C8G und wieder AZ 11 Gleichrichterröhre. Ich denke, die Ederer-Geräte sind absolut solide, machen einen sehr wertigen Eindruck, sind keine Blender und klingen (für meine Ohren) hervorragend. Sicher gibt es Geräte, die besser sind, nur muss man sich vor Augen halten, zu welchem Preis dieser klangliche Zugewinn zu erreichen wäre! Mir hat jedenfalls die Kommunikation mit Alex Ederer gefallen und das Ergebnis sowieso. Ich glaube, das ist es jetzt...
(Falls irgendjemand so lange gelesen hat: Respekt!)
Grüße aus dem Norden
Werner