Soundtrack 813-SE
Verfasst: Fr 4. Jul 2008, 23:31
Hallo,
Hier nun eine erste Einschätzung des Soundtrack 813SE
Die Fakten:
Kosten:
471,67 € (Auktionsbetrag/Expresszuschlag/Versandversicherung) + 89,62 € Zoll und Steuer + 19,17 € Handlingsgebühr von TNT. Ergibt zusammen einen Kaufpreis von 580,46 €
Positiv:
Schutzleiter angeschlossen.
Nach der Aufwärmphase absolut brummfrei.
Negativ:
Der Amp kam hier mit defekter Polklemme (Minus-Pol) an, ich musste die Plastikkappe zuerst einmal festkleben weil die gerissen war. War aber soweit nicht weiter tragisch.
[IMG:150:128]http://img133.imageshack.us/img133/7196 ... hw1.th.jpg[/img]
Verkratzte Alu-Deckplatte und rechte vordere Ecke leicht gestaucht.
[IMG:120:165]http://img399.imageshack.us/img399/6053/abiz4.th.jpg[/img]
Linke hintere Trafoabdeckung hat im/auf dem Lack eine sehr unschöne Rotznase.
[IMG:113:165]http://img133.imageshack.us/img133/5629 ... nb2.th.jpg[/img]
Hier ein Foto vom Geräteinneren.
[IMG:150:104]http://img58.imageshack.us/img58/6559/innenuj2.th.jpg[/img]
Der Schaltplan den ich auf Anforderung vorab vom Verkäufer erhalten habe.
[IMG:150:157]http://img399.imageshack.us/img399/2483/sp813ea9.th.jpg[/img]
Das ließ mich schon im Vorfeld nix gutes erwarten. Wer halbwegs Schaltpläne interpretieren zu vermag erkennt das offensichtlich der Verstärker mit vergleichsweise geringer Anodenspannung zu arbeitet scheint und zusätzlich ein viel zu geringer Anodenstrom fließt. 0,3 Volt die am 10 Ohm Kathodenwiderstand abfallen wären nämlich rechnerisch lediglich magere 30 mA Ruhestrom. Eine Messung ergab vorhin in der Tat "nur" 562 Volt Anodenspannung und 32,5 mA / 37,6 mA Ruhestrom. Bei diesem Werten hätte man auch problemlos eine EL34 oder KT88 verwenden können. Vermutlich taugen weder Trafo noch AÜ für die Leistung die einer 813 würdig sind. Das ist jedenfalls kein sinnvoller Arbeitspunkt für solch eine Hochvolt-Röhre. Außerdem dürfte damit die Ausgangsleistung sehr weit weg von den versprochenen 50 Watt sein.
Zum Klang:
Der Amp geht nicht sonderlich tief herunter, erinnert mich sehr an einen serienmässigen Dynavox. 20 Hz ohne Pegelabfall hören sich jedenfalls ganz anderst an. Vermutlich setzt der Pegelabfall schon bei 50Hz oder gar 100Hz ein. Auch ganz, ganz oben herum fehlt es mir ein wenig an Glanz. Diese vermeindliche Glanzlosigkeit kann aber auch auf relativ geringe Klirrwerte hindeuten. Ich bin mir im oberen Frequenzbereich nicht ganz sicher, im Bass fehlt es im jeden Fall an Tiefgang. Absolut überflüssig erachte ich jedoch die 6-stufig einstellbare Gegenkopplung. Klanglich sinnvoll ist nämlich nur die max. Gegenkopplung, mit stufig reduzierter Gegenkopplung (immer lauter werdend) wird der Klang immer Mittenlastiger, Bass hat es dann überhaupt keinen mehr, es klingt dann nur noch hohl und hallig. Wahrscheinlich ist nur mit straffer Gegenkopplung ein halbwegs linearer Frequenzgang erzielbar was auch nicht gerade für die AÜ spricht.
Mit max.Gegenkopplung ist die Klangqualität aber ganz brauchbar weil tendenziell in Richtung neutral und straff gehend. Die Räumlichkeit ist dabei übrigens auch ganz gut in Tiefe und Breite gestaffelt. Ich habe jedenfalls nichts besonderst mitreissendes oder nerviges hören können. Wenn das nicht sogar als kleines Lob gelten kann.
Trotzdem, dieser Amp überzeugt mich eigentlich in keinen einzigen Punkt so richtig. Tuningpotential sehe ich auch keines weil zB. für höherwertige Koppelkondensatoren einfach kein Platz da ist. Wegen des völlig verfehlten Arbeitspunktes wäre das wohl auch nicht zielführend.
Den Ruhestrom habe ich vorhin mal ganz frech auf jeweils "gigantische" 50 mA hochgejubelt. Mal sehen ob der Trafo morgen nicht Hitzewallungen bekommt, die Anodenspannung ist jedenfalls schon mal gleich vor Schreck auf 555 Volt zusammen gebrochen.
Eine Bitte hätte ich noch: "Bitte" keine allzu polemische und hämische Äußerungen. Ich hatte auch wegen meinen bisherigen Erfahrungen von vorne herein nicht unbedingt den totale Überflieger erwartet, es hatte mich einfach mal wieder in den Fingern gejuckt so ein Ding zu ersteigern. Klanglich habe ich mit meinen Unison Smart 845SE und Amplifon WT40 schon ganz brauchbare Amps, dass war also nicht die Motivation, sondern einfach nur der Spass an der Freud.
Ich hoffe nur das ich evtl. jemanden mit einer fairen und ehrlichen Berichterstattung ohne beschönigen oder schlechtreden wollen eine kleine Entscheidungshilfe mit auf den Weg geben kann. Nicht mehr, nicht weniger.
Was dem einzelnen von Fall zu Fall tolerierbar erscheint soll und muss jeder für sich selbst entscheiden. Fast 600,- € wie in meinem Fall sind aber meiner Meinung nach für das gebotene einfach zuviel Geld.
Messwerte reiche ich noch nach.
Hier nun eine erste Einschätzung des Soundtrack 813SE
Die Fakten:
Kosten:
471,67 € (Auktionsbetrag/Expresszuschlag/Versandversicherung) + 89,62 € Zoll und Steuer + 19,17 € Handlingsgebühr von TNT. Ergibt zusammen einen Kaufpreis von 580,46 €
Positiv:
Schutzleiter angeschlossen.
Nach der Aufwärmphase absolut brummfrei.
Negativ:
Der Amp kam hier mit defekter Polklemme (Minus-Pol) an, ich musste die Plastikkappe zuerst einmal festkleben weil die gerissen war. War aber soweit nicht weiter tragisch.
[IMG:150:128]http://img133.imageshack.us/img133/7196 ... hw1.th.jpg[/img]
Verkratzte Alu-Deckplatte und rechte vordere Ecke leicht gestaucht.
[IMG:120:165]http://img399.imageshack.us/img399/6053/abiz4.th.jpg[/img]
Linke hintere Trafoabdeckung hat im/auf dem Lack eine sehr unschöne Rotznase.
[IMG:113:165]http://img133.imageshack.us/img133/5629 ... nb2.th.jpg[/img]
Hier ein Foto vom Geräteinneren.
[IMG:150:104]http://img58.imageshack.us/img58/6559/innenuj2.th.jpg[/img]
Der Schaltplan den ich auf Anforderung vorab vom Verkäufer erhalten habe.
[IMG:150:157]http://img399.imageshack.us/img399/2483/sp813ea9.th.jpg[/img]
Das ließ mich schon im Vorfeld nix gutes erwarten. Wer halbwegs Schaltpläne interpretieren zu vermag erkennt das offensichtlich der Verstärker mit vergleichsweise geringer Anodenspannung zu arbeitet scheint und zusätzlich ein viel zu geringer Anodenstrom fließt. 0,3 Volt die am 10 Ohm Kathodenwiderstand abfallen wären nämlich rechnerisch lediglich magere 30 mA Ruhestrom. Eine Messung ergab vorhin in der Tat "nur" 562 Volt Anodenspannung und 32,5 mA / 37,6 mA Ruhestrom. Bei diesem Werten hätte man auch problemlos eine EL34 oder KT88 verwenden können. Vermutlich taugen weder Trafo noch AÜ für die Leistung die einer 813 würdig sind. Das ist jedenfalls kein sinnvoller Arbeitspunkt für solch eine Hochvolt-Röhre. Außerdem dürfte damit die Ausgangsleistung sehr weit weg von den versprochenen 50 Watt sein.
Zum Klang:
Der Amp geht nicht sonderlich tief herunter, erinnert mich sehr an einen serienmässigen Dynavox. 20 Hz ohne Pegelabfall hören sich jedenfalls ganz anderst an. Vermutlich setzt der Pegelabfall schon bei 50Hz oder gar 100Hz ein. Auch ganz, ganz oben herum fehlt es mir ein wenig an Glanz. Diese vermeindliche Glanzlosigkeit kann aber auch auf relativ geringe Klirrwerte hindeuten. Ich bin mir im oberen Frequenzbereich nicht ganz sicher, im Bass fehlt es im jeden Fall an Tiefgang. Absolut überflüssig erachte ich jedoch die 6-stufig einstellbare Gegenkopplung. Klanglich sinnvoll ist nämlich nur die max. Gegenkopplung, mit stufig reduzierter Gegenkopplung (immer lauter werdend) wird der Klang immer Mittenlastiger, Bass hat es dann überhaupt keinen mehr, es klingt dann nur noch hohl und hallig. Wahrscheinlich ist nur mit straffer Gegenkopplung ein halbwegs linearer Frequenzgang erzielbar was auch nicht gerade für die AÜ spricht.
Mit max.Gegenkopplung ist die Klangqualität aber ganz brauchbar weil tendenziell in Richtung neutral und straff gehend. Die Räumlichkeit ist dabei übrigens auch ganz gut in Tiefe und Breite gestaffelt. Ich habe jedenfalls nichts besonderst mitreissendes oder nerviges hören können. Wenn das nicht sogar als kleines Lob gelten kann.
Trotzdem, dieser Amp überzeugt mich eigentlich in keinen einzigen Punkt so richtig. Tuningpotential sehe ich auch keines weil zB. für höherwertige Koppelkondensatoren einfach kein Platz da ist. Wegen des völlig verfehlten Arbeitspunktes wäre das wohl auch nicht zielführend.
Den Ruhestrom habe ich vorhin mal ganz frech auf jeweils "gigantische" 50 mA hochgejubelt. Mal sehen ob der Trafo morgen nicht Hitzewallungen bekommt, die Anodenspannung ist jedenfalls schon mal gleich vor Schreck auf 555 Volt zusammen gebrochen.
Eine Bitte hätte ich noch: "Bitte" keine allzu polemische und hämische Äußerungen. Ich hatte auch wegen meinen bisherigen Erfahrungen von vorne herein nicht unbedingt den totale Überflieger erwartet, es hatte mich einfach mal wieder in den Fingern gejuckt so ein Ding zu ersteigern. Klanglich habe ich mit meinen Unison Smart 845SE und Amplifon WT40 schon ganz brauchbare Amps, dass war also nicht die Motivation, sondern einfach nur der Spass an der Freud.
Ich hoffe nur das ich evtl. jemanden mit einer fairen und ehrlichen Berichterstattung ohne beschönigen oder schlechtreden wollen eine kleine Entscheidungshilfe mit auf den Weg geben kann. Nicht mehr, nicht weniger.
Was dem einzelnen von Fall zu Fall tolerierbar erscheint soll und muss jeder für sich selbst entscheiden. Fast 600,- € wie in meinem Fall sind aber meiner Meinung nach für das gebotene einfach zuviel Geld.
Messwerte reiche ich noch nach.