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Takeda Miyabi Standard

Verfasst: Fr 30. Mai 2008, 21:41
von 2285b
Hallo liebe Analogfreaks,

letzte Woche war es soweit, auf dem Marktplatz der unbegrenzten Möglichkeiten hat mein persönlicher Biet-Agent zugeschlagen und mir einen schon länger gehegten Analog-Traum gesichert, ein

Takeda Miyabi Standard :bumping:

Schon öfter habe ich es gehört und war immer sehr angetan von der wunderbaren Musikalität, die es verbreitet. Natürlich, nur so wie man es in einer fremden Anlage beurteilen kann. Zuerst war ich ob der angegebenen 10 h Stunden Betriebszeit etwas skeptisch, denn wer verkauft schon ein Miyabi nach dieser Laufzeit? Als aber die Bestätigungsmail kam, mußte ich erleichtert grinsen, war der der Verkäufer mir (und Euch) doch wohl bekannt und ein wieder einmal sehr informatives Telefongespräch beseitigte die letzten Zweifel. Ein gutes Gefühl, das das Kleinod aus einem veritablen Analog-Stall mit entsprechend respektabler Behandlung stammt, verdrängte die letzten Zweifel. Schon am nächsten Tag traf das wertvolle Päckchen per Express (hier an der Stelle nochmals Danke an den Verkäufer!) ein, doch - ein mittelschwerer Schock - in dem Päckchen rappelte es. Schnell geöffnet und nachgeschaut, der geniale, aber recht schwere Nadelschutz hatte sich vom System gelöst und schlackerte in der edlen Box umher...

Eine genaue Untersuchung ergab zum Glück keine Schäden und so ging es flugs an die Montage. Das Miyabi Standard ist mit 13,5g wahrlich kein Leichtgewicht und ich muße das Gegengewicht des MAX 282 schon weit nach hinten schieben um in Balance zu kommen. Das hohe Gewicht des Miyabi resultiert aus der Verwendung von AlNiCo-Magneten und des Einsatzes eines Aluminium-Body. Zuzüglich der recht harten Aufhängung ist eigentlich die Kombination mit einem eher schwereren Arm angeraten.

Nach der Justage mit etwas zittrigen Fingern ging es zugleich, wen wundert´s, an eine Hörprobe. Die ersten Takte von Miles Davis´Someday my prince (habe das Glück diese als 6-eyes zu besitzen...) zeigten unmißverständlich in welche Richtung es jetzt geht, nämlich in die richtige. Dynamik, Auflösung und Musikalität sind absolut frappierend, sofort spielt das Standard schon wunderschön. Analogklang auf höchstem Niveau, ich habe auch schon einige Abtaster probiert und sehr viele andere hochklassige Abtaster hören dürfen und denke ich weiß wovon ich rede. Eine Violine klingt wie eine solche, brutale Drumeinsätze werden ebenso wiedergegeben, Bläser erklingen metallisch, ein Saxophon präsentiert sein großes Klangspektrum, das Piano steht unerschütterlich mit all seinen Dynamikspitzen im Raum, selbst Applaus in einem Saal ist wirklich ein Erlebnis. Große Orchester, kleines Jazz-Trio oder eben Deep Purple, das kleine elegante Ding schafft es immer wieder, daß man aufblickt und denkt, daß ist jetzt nicht wahr, so realistisch kommt es herüber.

Einen ehrlichen Chapeau auf Takeda San und die japanische Handwerkskunst...

Ein paar Impresssionen:

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Ich bin schon sehr gespannt, wie es nach der Einspielzeit (100-150 h, da hart aufgehängt) noch einmal zulegt, das Match mit dem dynamischen balancierten MAX-282 scheint akkustisch ideal zu sein...

Grüße
Axel

Verfasst: Fr 30. Mai 2008, 22:14
von Tubes
... :OK:

Hast Du den Eindruck, dass diese Art von Systemen eher leicht gerundet denn analytisch klingt?

Verfasst: Fr 30. Mai 2008, 22:30
von Hedlund
Hallo Axel,

eine ganz feine Platte hast Du da!

Achja das System scheint auch ganz nett. :mrgreen:

GLÜCKWUNSCH!!!!

Viel Freude wünscht
Andreas

Verfasst: Fr 30. Mai 2008, 22:37
von 2285b
Hallo Heiner,

weder noch, eigentlich nur ehrlich oder realistisch, zumindest nach meinem Geschmack... aber es ist ja, wie gesagt, noch nicht eingespielt. Es haut einen trotzdem um :idn:

Gruß
Axel

Verfasst: Fr 30. Mai 2008, 22:56
von Tubes
Meine Frage zielt ein bisschen auf den Vergleich zum Dynavector ab. Meine Kette ist z.B. eher etwas dunkler abgestimmt. Da kann das System ruhig eine Idee pfeffriger sein, ohne dass der Klang kippt. Meinst du, dass das Miyabi bei mir auch passen könnte, oder wäre ein vdH die bessere Wahl?

Verfasst: Fr 30. Mai 2008, 23:38
von Analog_Tom
Moin JunKs,

erst mal an Axel von meiner Seite aus ein herzlicher Glückwunsch zu dem Prachtstück!

Ich hatte vor ein paar Monaten die Möglichkeit das Miyabi genauer anhören zu können.
Ich würde es eher mit einem vollmundigen Rotwein vergleichen der mit unvergleichlich voller Frucht und unzähligen Nuancen im Geschmack gesegnet ist, denn mit einem spritzigen rassigen Weißwein.
Für meinen Geschmack war das Miyabi etwas dunkel abgestimmt, was aber auch an der Kette gelegen haben kann, an der ich es gehört habe, bei einem auch hier im Forum bekannten Analog-Fan.
Das Miyabi scheint allerdings vollkommen stressfrei zu sein, was es meiner Meinung nach dieser etwas samtigen Abstimmung zu verdanken hat, wie gesagt, ein sehr schönes System...
Ich denke da muss ich demnächst mal wieder eine Pilgerfahrt unternehmen.... :mrgreen:

Viele Grüße

Tom

Verfasst: Sa 31. Mai 2008, 00:26
von 2285b
Heiner,

pfeffrig ist ein ziemlich gutes Attribut....Das Miyabi geht ab wie der Teufel, grobdynamisch so wie so, aber der spezielle Reiz ist bisher für mich die Mikrodynamik, ähnlich einer Triode im Vergleich zur Pentode, da kommt manches überraschend aus dem scharzen Nichts. Im Vergleich zu dem was ich bisher an meiner Kette hatte sucht es wirklich seines Gleichen. DV 17D2 MK2 auch recht dynamisch aber bei weitem nicht diese Auflösung, AT ART-1 (Shibata-retipped) tolle Auflösung, weniger dynamisch und gegen das Miyabi irgendwie langweilig, man vermißt die Lebendigkeit der DVs. Die VdH von Tommi, also Frog Copper und Gold lösen ähnlich gut auf, aber sind wiederum weniger dynamisch und alle zusammen bringen nicht das gewisse Extra, was das Miyabi bietet. Dunkel abgestimmt ist es sicherlich nicht, eher im Gegenteil, es produziert einen wunderbaren Glanz. Ist schwer zu beschreiben, vielleicht als eierlegende Wollmilchsau. Es ist halt alles beisammen, irre Details, Dynamik und tolle Musikalität. Ich denke es würde hervorragend in Deine Kette passen, weil meine bisherige Abstimmung auch eher "zu dunkel" war, und das ist jetzt weg.
Analog_Tom hat geschrieben: Ich denke da muss ich demnächst mal wieder eine Pilgerfahrt unternehmen.... :mrgreen:
Kein Problem, du mußt ja sicher noch öfter zum Zoll... :mrgreen:

Grüße
Axel

Verfasst: So 1. Jun 2008, 10:54
von Thargor
Glückwunsch zu dem System. Gefällt mir der MAX mit dem Miyabi, spricht auch optisch an. :OK: :ebh:

Viele Grüße!

Verfasst: So 8. Jun 2008, 14:09
von Jonas.Pielke
Wow, tolles System.
Hast du die Deep Purple in einer alten Pressung?
Wie siehts mit Vintage-Platten aus?

Verfasst: Mo 9. Jun 2008, 23:12
von 2285b
Hallo Jonas,

ich habe viele alte Platten. Ich sammle mit Unterbrechungen seit über 30 Jahren und habe die alten LPs zum Glück nie verkauft. Da kommt mit der Zeit einiges zusammen, wobei der Schwerpunkt seit einigen Jahren beim Jazz liegt. :wink:

Grüße
Axel

Verfasst: Mo 9. Jun 2008, 23:22
von vintage64
Meinen Glückwunsch zu diesem feinen Abnehmer ! :OK: :D

Viele analoge Grüße, :beer
Henning

Verfasst: Fr 5. Sep 2008, 13:01
von Stitch
Eines der raren Systeme, die ohne Limit sind, je besser die vorgeschaltete Kette, desto mehr zeigt es.

[img:800:537]http://img85.imageshack.us/img85/6258/95785598kr7.jpg[/img]

Verfasst: Fr 5. Sep 2008, 15:05
von DerAlteDachs
Stitch hat geschrieben:Eines der raren Systeme, die ohne Limit sind, je besser die vorgeschaltete Kette, desto mehr zeigt es.
Hi Stitch !

Hast du das Miyabi auch mal in einen deiner schweren FR`s geschraubt ?
Würde mich ja mal interssieren ob dem System so ein schwerer Arm gefällt ... vielleicht brauch mein IKEDA irgendwann mal einen "japanischen Freund" :mrgreen:

Verfasst: Fr 5. Sep 2008, 18:30
von 2285b
Stitch hat geschrieben:Eines der raren Systeme, die ohne Limit sind, je besser die vorgeschaltete Kette, desto mehr zeigt es.
Hallo Stitch,

wie hoch hast Du es denn abgeschlossen, bin noch am experimentieren...?

Wie es an den Frs liefe, wäre in der Tat interessant.

Gruß
Axel

Verfasst: Fr 19. Sep 2008, 19:29
von nido
Hallo Miyabi-Fans,

seit 2 Tagen ist auch mein Traum wahr geworden und ein neues Miyabi zieht seine Runden unter einem JMW 10,5 i auf einem VPI Aries III.
Bereits jetzt empfinde ich das Ganze als sehr gelungene Kombi, habe aber 2 Fragen:

1. Mein Miyabi hat keine Gewinde in den Befestigungskanälen, so daß ich mit Kontermutter arbeiten mußte.
Gibt es da verschiedene Versionen?

2. Auffällig ist der sehr geringe Platten-/Bodyabstand, d.h. das System hat einen sehr geringen Spielraum bei nicht planen LP`s.
Bei Benutzung der Ring-Clamp auf der LP setzt der Body bereits auf.
Welche Erfahrungen habt Ihr damit gemacht?

Vielen Dank für Eure Hilfe, Nils.

Verfasst: Fr 19. Sep 2008, 21:09
von 2285b
Hallo Nils,

schau mal das Bild von Stitch an, so sieht mein Miyabi Standard auch von der Seite aus. Da ist es eigentlich unmöglich, daß der Korpus aufsetzt. Vielleicht hast Du ein anderes Miyabi, am besten Du stellst mal ein Bild ein. Einen total falschen VTA und viel zu hohe Auflagekraft schließe ich jetzt einmal aus.

Grüße
Axel

Verfasst: Fr 19. Sep 2008, 21:26
von Analog_Tom
Moin,

es besteht noch die Möglichkeit eines Defektes, der Spanndraht könnte sich gelöst haben und der Nadelträger deshalb zu weit in das Gehäuse gedrückt werden.

Ich hatte so ein Problem auch einmal mit einem meiner Frogs.
Habs zu vdH zurückgeschickt und bekam es nach zwei Wochen in tadellosem Zustand zurück, ohne Berechnung.

Was bei den Miyabi sicherlich ein Problem ist, ist die Serienstreuung.
Ich habe diese System nun schon mehrere male hören dürfen und empfand den klanglichen Charakter oftmals als sehr unterschiedlich.
Erst vor 4 Wochen hatte ich wieder Gelegenheit ein Miyabi zu hören, übrigens in einem Graham Phantom.
Der Besitzer hat es extra auf meinen Wunsch montiert, da ich mir den Phantom einmal mit dem Miyabi anhören wollte.
Ich war doch ob der Performance sehr überrascht, das System klang ganz anders als ich es kannte( viel weniger Klangfarben, die ein gutes Exemplar auszeichnen, irgendwie sehr drahtig und dynamisch, aber eben nicht wie ein Miyabi, wie ich es z.B. von Tom Schmitz an dessen Schröder Arm kenne( der natürlich bekannt für seine Mittenbetonung ist) aber mit dem Miyabi zusammen wirklich sehr schön geklungen hat.
An dem Samstag vor 4 Wochen war ich also total überrascht als ich dessen Miyabi hörte und teilte dies meinem Gastgeber auch mit.
Dieser erzählte mir ein paar Tage später bei einem weiteren Gespräch, was ich mit ihm führte, dass er ein weiteres Miyabi bekommen habe, was dem entspreche wie ich es kennen würde und wie es wohl auch sein soll.
Deswegen würde ich mir ein Miyabi nie kaufen ohne es mir vorher angehört zu haben und zwar genau das System was ich kaufen würde...
Sonst könnte es passieren, dass man ein wenig enttäuscht ist...

Viele Grüße

Tom

Verfasst: Fr 19. Sep 2008, 21:51
von nido
Hallo Axel, hallo Tom,

vielen Dank für Eure Antworten. Noch einmal zu meinem posting, damit keine Mißverständnisse aufkommen.

Klanglich bin ich nach Einstellung des Systems mit der Schön-Schablone absolut begeistert. Die aktuelle Auflagekraft liegt bei 1,75 p.

Beim VPI Aries besteht die Möglichkeit, die Ring-Clamp unter der LP u. bei einer nicht planen LP auf der LP zu fahren. Nur bei der zweiten Variante setzt der Body auf, da im Vergleich zu meinen anderen Systemen der Body-/Plattenabstand maximal die Hälfte beträgt.
Wie sind da bei Euch die Verhältnisse. Ist das Miyabi ein sog. low-rider?

Außerdem irritiert mich etwas die fehlende Gewindebohrung, von der ja auch im Test der Zeitschrift LP die Rede ist.
Haben Eure Miaybis alle ein Gewinde ?

Vielleicht mache ich bei weiteren offenen Problemen doch mal ein Foto.

Grüße, Nils.

Verfasst: Fr 19. Sep 2008, 21:56
von Analog_Tom
Hallo Nils,

mach mal ein Foto, so wie oben, dann können unsere Miyabi - Experten mehr dazu sagen...

Viele Grüße

Tom

Verfasst: Fr 19. Sep 2008, 22:15
von 2285b
Hi Nils,

meins hat ein Gewinde...

wie gesagt, ein Foto würde weiterhelfen!

Gruß
Axel