Hallo Henning,
vintage64 hat geschrieben:
...haben die meisten überhaupt keinen blassen Schimmer was sie da eigentlich weggeben.

Hier kann ich Dir im Grundsatz nur beipflichten. (Wobei Jo sicher nicht zu dieser Gruppe gehört, nur um hier keine Missverständnisse entstehen zu lassen). Das Streben nach Neuem ohne das Alte zu reflektieren ist ein Zeichen unserer Zeit und der 1019, aus dieser Sicht, ein Anachronismus.
Meine Eltern haben immer noch ihren 1010er, der damals das Einsteigermodell von Dual war. Ich habe im Alter von 6 Jahren die ersten Märchen und Beatles Platten damit gehört.
Bei mir hat der 1019er plötzlich auch angefangen zu quietschen und ich habe mir nochmal angesehen wie Du dem Problem Herr geworden bist. Auch den Video, wie man den Motor öffnet habe ich im Netz gefunden. Sah am Anfang relativ komplex aus, war im Nachgang eigentlich keine "Riesen-Aktion". Die Motorachse zeigte am oberen Lagerpunkt erste Einlaufspuren, die sich jedoch wieder rauspolieren ließen. Der untere Lagerpunkt war ohne Tadel.
Aus dem Modellbaubereich hatte ich noch ein Präzisonsfett mit der Bezeichnung B 52 :
"Halbflüssig, für hohe Lagerbelastung einsetzbar, zur Flächenschmierung geeignet, Temperaturbereich -10 bis +80°C"
Mal sehen wie lange das funktioniert.
Den Tonarmlift Instand zu setzen war einfach, hier ist eine Einstellschraube vorhanden, mit der eine präzise Einstellung möglich ist.

Ich hatte mir schon etwas mit Unterlegscheiben überlegt.

So ein Service-Manual ist doch eine klasse Sache!
Ich habe kurzerhand mal das Sumiko aus dem Linn Axis montiert. Junge ist das ein direkter Sound, die Bässe sind tiefschwarz, die Auflösung ist unglaublich, ein musikalischer Fluss den ich so vom Axis mit Sumiko nicht kannte.
Ich mag meinen kleinen Linn in seinem reduzierten End-80ger-Jahre Design, auch der Akito-Arm mit Grötzinger-Lagerung und Verkabelung ist sicher kein Spielzeug.....
....aber mal ehrlich, das Sumiko stimmt im 1019er nicht von der Winkelstellung und der Tonarm wirkt (im Vergleich zum Akito) deutlich einfacher und, nun ja, hausbackener ..... und der Axis macht trotzdem keinen "Stich".
Ich möchte in diesem Zusammenhang anmerken dass ich auch den Akito mit spitzen Tonarmwinkeln betrieben habe, es kann ja nicht sein was nicht sein darf ???, außer zu einer Ausdünnung entweder in den Höhen oder Bässen hat es zu keinem verwertbaren Ergebnis geführt.
Fazit: Der 1019er bleibt in der Kette.
Eine Problemstellung die ich noch habe ist die Motordrehzahl: 33,3 U/min wird nur erreicht wenn der Pitch-Regler ganz auf "+" steht. Hat sich hier das Reibrad oder die Messingbuchse vom Motorantrieb abgenutzt? Das Reibrad hat ansonsten eine einwandfreie Konsistenz und zeigt weder Wellen noch sonstige Unebenheiten.
Bekommt man irgenwo noch Ersatzteile (Reibrad)? Ich meine ich hätte mal etwas über Nachbauten für die Garrard und Thorens Jünger gelesen?
Viele Grüße
Martin